Vorschau auf den "Polizeiruf 110": Ein intelligentes Verwirrspiel

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Seltene Eintracht: Die Magdeburger Kommissare Dirk Köhler (Matthias Matschke) und Doreen Brasch (Claudia Michelsen) müssen eine Entführung aufklären.

Die Magdeburger Kommissare Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke) müssen in "Polizeiruf 110: Dünnes Eis" die Entführung einer jungen Frau aufklären.

Je mehr sie in ihrem zweiten gemeinsamen Fall hinter die Fassade der aus Mutter und Tochter bestehenden Familie blicken, desto mehr Fragen tun sich auf. Eile ist geboten, denn der Täter schreckt auch vor rabiaten Methoden nicht zurück.

Was erwartet den Zuschauer bei dem Krimi? 

„Dünnes Eis“ ist ein Krimi zum Mitdenken und -fiebern. Zu Beginn wirkt Jochen Alexander Freydanks Film recht einfach gestrickt, doch bevor man sich entspannt zurücklehnen kann, wird eine raffinierte Wende hingelegt. Jeder im Umfeld des Opfers wirkt auf seine Art verdächtig. Irgendwann scheinen auch die beiden Kommissare nicht mehr zu wissen, welche Spur nun zum Erfolg führen soll.

Dieser „Polizeiruf 110“ spielt bis zum Ende mit den Erwartungen der Zuschauer und lässt ihnen dabei freie Hand, eigene Schlüsse zu ziehen.

Um was geht es bei der Entführung? 

Die 23-jährige Kim Peelitz (Lucie Hollmann) verschwindet auf dem Weg zur Arbeit. Bald meldet sich der Täter und verlangt 100 000 Euro. Merkwürdig: Ihre gluckenhafte Mutter Anja (Christina Große), eine Krankenpflegerin, dürfte eigentlich nicht so viel Geld haben. Brasch und Köhler liefern ein Rennen gegen die Zeit, schnell finden sie heraus, dass Kim nicht nur heimlich Kontakt zu ihrem vorbestraften Stiefvater Jost (Eckhard Preuß) hatte, sondern dass sie auch von ihrem Ex-Freund belästigt wurde.

Dann meldet sich das verzweifelte Opfer per Videoanruf, es soll zur Lösegeldübergabe kommen, bevor ihr der Entführer etwas antut. Keine Polizei! Es läuft aber nichts so, wie geplant.

Wie arbeiten die Ermittler zusammen? 

Zu Beginn fast gar nicht, möchte man den Eindruck haben. Jeder stürzt sich zunächst allein in die Ermittlungen. Während Dirk Köhler sich schon fast liebevoll um die Mutter kümmert, verfolgt Brasch draußen auf ihrem Motorrad weitere Spuren.

Der gutmütige Familienvater und die robuste Kommissarin müssen sich im Verlauf des Falls merklich zusammenraufen. Da verliert auch der nette Köhler mal die Nerven.

Lohnt sich das Einschalten des „Polizeirufs“? 

Auf jeden Fall. Regisseur Freydank hat den Mut, seine Kommissare und auch den Zuschauer mit einem Verwirrspiel zu konfrontieren. Mit ein paar Kniffen gelingt ihm ein moderner Anstrich. So wird zum Beispiel die Opferperspektive gezeigt, ohne zu viel zu verraten. Mit Einblendungen, wie einem Countdown zur Lösegeldübergabe und einen Einstieg mitten in die Geschichte, baut der Polizeiruf zusätzlich Spannung auf.

Die Kritik lesen Sie Sonntagabend auf www.hna.de/kultur

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