"Voll krank und genial" - Kritik zum Polizeiruf

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"Voll krank und genial" - Kritik zum Polizeiruf

HNA-Kulturredakteur Matthias Lohr über den Polizeiruf aus München: "Man kann sich gut vorstellen, wie ein „Tatort“ aus Ludwigshafen über die Krise im Krankenhauswesen ausgesehen hätte.

Es wäre 90 Minuten lang betroffenheitskitschig geklagt worden, dass keine Zeit mehr für Patienten sei und Kopper hätte ständig das zusammengefasst, was bislang passiert wäre. Nach einem normalen Ludwigshafener „Tatort“ ist der Zuschauer reif für die Klinik – oder vor Langeweile gestorben. Wie gut, dass die „Polizeiruf“-Reihe dem Sonntagabendkrimi immer wieder neues Leben einhaucht.

Die Münchner Folge „Fieber“ etwa war ein abgedrehtes Vergnügen zwischen Wahn und Wirklichkeit. Auch hier ging es um ein krankes Gesundheitswesen, aber Hendrik Handloegten inszenierte die Geschichte von Alex Buresch und Matthias Pacht genial. Der angeschossene Kommissar von Meuffels (Matthias Brandt) traf in einer Klinik, die an die Chinesen verschachert werden sollte, auf überarbeitete Schwestern, Halbgötter in Weiß und Krankenhauskeime.

Mit seinen Farbspielen und dem schwarzen Humor erinnerte der Thriller an Lars von Triers legendäre Horror-Krankenhausserie „Geister“. Und Georg Friedrich als durchgeknallter Junkie, dem von Meuffels im Fieberwahn begegnete, war eine Wucht. Er würde selbst aus einem Ludwigshafener „Tatort“ ein Ereignis machen." mal@hna.de

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