Polizeiruf-Kritik: Hilfloses Schweigen

Verbergen und enthüllen, verheimlichen und offenbaren - jeder Fernsehkrimi muss hierfür das richtige Verhältnis finden. Im „Polizeiruf 110“ aus Brandenburg gelang Clemens Murath (Buch) und Nicolai Rohde (Regie) die Balance hervorragend.

Immer wieder fanden sie starke Bilder für das Nichtwahrhabenwollen. Fassungslos erkannten die Eltern, dass Drogen ihre Kinder in „Eine andere Welt“ (so der Filmtitel) beförderten. Am Ende einer wilden Partynacht - Alkohol, Ecstasy, K.- o.-Tropfen, Vergewaltigung – lag eine 18-Jährige tot auf einem Schrottplatz. Auch Phasen hilflosen Schweigens machten diesen Krimi außergewöhnlich.

Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) ging es im besten Sinn altmodisch allein um die Rekonstruktion der Tatnacht. In ihrem ersten Fall nach der Babypause lag sie zuerst gründlich schief. Früh ahnte man, dass die als geleckten Widerlinge gezeichneten Schulfreunde der Toten keine Mörder waren. Und doch wartete die Lösung mit einer Überraschung auf. Hauptmeister Krause (Horst Krause) steuerte wie üblich Instinkt und gesunden Menschenverstand bei. „Früher war das alles übersichtlicher", sagte er. "Bier und Schnaps, aus die Maus.“

Von Mark-Christian von Busse

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