Verena Schulz über die Rostocker Ermittler

Polizeiruf-Kritik: Wolf im Schafspelz

Das kam unerwartet: Erst gewinnt die zutrauliche Rocker-Kante Rolf Wendland (Thomas Sarbacher) die Sympathien der Zuschauer, und dann stellt er sich als skrupelloser Doppelmörder heraus. Schön, von einem Krimi mal wieder so aufs Glatteis geführt worden zu sein.

Die Schauplätze im Rostocker „Polizeiruf 110“ sind so gegensätzlich wie die Ermittler: Während LKA-Beamtin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) abgeschieden Vieraugengespräche mit einem Aussteiger führt, scheut sich Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) nicht, die verdächtige Biker-Bande immer wieder in ihrem gewohnten Umfeld zu besuchen. Der „Hells Angels“-Verschnitt wird jedenfalls mit all seinen Abgründen vorgeführt.

Spannend bleibt es bis zum Schluss, als sich das Blatt plötzlich wendet: Eigentlich war der Doppelmord eine Art Beziehungstat. Mit Drogenhandel, Prostitution oder Gangrivalität hatte das Ganze nichts zu tun.

Alles in allem ein mitreißender Fall inklusive kugelreichem Finale, in dem das Privatleben der Ermittler – wie in anderen Sonntagsabend-Krimis – mal nicht den Ton angibt.

Von Verena Schulz, vsz@hna.de

Rubriklistenbild: © dpa

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