Polizeiruf aus Magdeburg: Die Funken sprühen noch nicht

Mark-Christian von Busse, Kulturredaktion der HNA

Ein Terroranschlag entpuppte sich als Ablenkungsmanöver. Gestohlen wurden auf einen Schlag Smartphones im Wert von 3 Mio. Euro, ein Wachmann kam bei dem Raub zu Tode. Mit routinierter Polizeiarbeit überführten die Magdeburger "Polizeiruf 110"-Ermittler die Täter. Eine Kritik des Krimis von Mark-Christian von Busse.

Claudia Michelsen und Sylvester Groth, die das noch relativ neue MDR-„Polizeiruf 110“-Team Doreen Brasch und Jochen Drexler bilden, sind beide tolle Schauspieler, die man gar nicht genug sehen kann. Bei ihrem gemeinsamen Auftritt als Magdeburger Hauptkommissare hat man leider immerzu das Gefühl, dass Potenzial verschenkt wird: Da wäre doch viel mehr drin.

Die Ermittler – sie lässig mit Motorrad, er steif und zugeknöpft im Trenchcoat – ignorieren sich nach Kräften. Wenn sie sich mal reiben, schlägt auch das keine Funken. Eher schon lodert das brisante Verhältnis zum Vorgesetzten Lemp (stark: Felix Vörtler). Der Fall „Eine mörderische Idee“, den Stephan Rick in Szene setzte (auch Buch, mit Olaf Kaiser/Stephan Brüggenthies) wurde solide abgespult, ohne zu fesseln.

Die permanent düster dräuende Musik war der hilflose Versuch, Spannung zu erzeugen – bis das fulminante Finale doch noch aufregend war. Ein Krimi, der lange kühl blieb wie die aseptischen Serverräume im Keller der Magdeburger Uni. Die vermeintliche Terrorattacke entpuppte sich als raffinierter Raubüberfall – wobei das Thema gehackte Rechner, Überwachung, Verschlüsselung dem Laien ziemlich schleierhaft blieb. Im Kern ging’s bei aller Technik um Motive Asbach uralt: Gier und enttäuschte Liebe.

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