Krimi-Sommerpause ist vorbei

"Polizeiruf" aus München: Erlösung gibt es nicht

Mark-Christian von Busse

Die Sommerpause bei den neuen Krimi-Produktionen ist zu Ende - und der Münchner "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt als Kommissar Hanns von Meuffels ist ein vielversprechender, weil großartiger Auftakt. Das findet unser Kritiker Mark-Christian von Busse.

Matthias Brandt gelingt als Münchner „Polizeiruf 110“-Kommissar ein schauspielerisches Glanzstück. Sein Hanns von Meuffels ist ein unnahbarer, melancholischer Charakter, als umhülle ihn ein Geheimnis, bisweilen so distanziert, dass es arrogant wirkt. Doch fühlt man mit ihm. So auch, als er sich in die Abteilungsleiterin einer JVA verliebte, großartig gespielt von Sandra Hüller – und am Ende auf ganz unvorhersehbare Weise getäuscht wurde. Ebenso sehenswert: Axel Milberg als Gefängnispsychologe und Andreas Lust als Meuffels Kollege Oberpriller.

Einen ungewöhnlichen, ganz starken Film von Alexander Adolph (Buch, Regie) brachte der Bayerische Rundfunk als erste neue Produktion nach der sonntäglichen Krimi-Sommerpause auf den Bildschirm. Der Fall schien geklärt zu Beginn, aber dann entfaltete sich wie ein düsteres Nachspiel ein atmosphärisch dichtes, unbarmherzig brutales Geschehen, in dem ein Gustav-Mahler-Lied („Wie mir doch die Welt gefällt!“) den ironischen Kontrapunkt bildete. Große Gefühle wurden verhandelt, Gier, Gewalt, Einsamkeit, Neid. Die straffälligen Jugendlichen, die Ermittler, sie alle standen unter Druck. Ein einziges Brodeln. Aber Erlösung gab es nicht.

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