Tod in der Polizeizelle: Der NDR-„Tatort: Verbrannt“

Ermitteln zum letzten Mal gemeinsam: Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller). Foto: ndr

Dieser "Tatort" wird für Gesprächsstoff sorgen. In "Verbrannt" muss Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) den Tod eines Asylbewerbers aufklären - nach einer wahren Begebenheit.

Normalerweise sollte man den Ankündigungen von Programmverantwortlichen nicht zu viel Glauben schenken. Aber wenn NDR-Abteilungsleiter Christian Granderath über die „Tatort“-Folge „Verbrannt“ sagt, dass dieser „verstörende Film Diskussionen auslösen wird“, ist das nicht zu hoch gehängt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen um den sechsten Fall der Bundespolizisten Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller).

Um was geht es in „Verbrannt“? 

Um einen realen Fall. Im Januar 2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh aus Sierra Leona in einer Gefängniszelle in Dessau. Obwohl der 36-Jährige mit Handschellen an eine Liege gefesselt war, soll er sich angeblich selbst angezündet haben. Bis heute gibt es viele Unklarheiten.

Aus diesem Fall entwickeln Drehbuchautor Stefan Kolditz und Regisseur Thomas Stuber eine eigene Geschichte. Falke und Lorenz ermitteln nicht in Dessau, sondern in Salzgitter.

Wer sind die Macher? 

Für Regisseur Stuber ist es der erste „Tatort“. Der 34-Jährige ist Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg und erhielt für sein Debüt „Teenage Angst“ beim Studentenfilmfestival in Potsdam den Preis für den besten deutschen Nachwuchsfilm. Autor Kolditz (59) ist sogar Emmy-Preisträger („Nackt unter Wölfen“, „Unsere Mütter, unsere Väter“). Über das Schicksal von Jalloh sagt er: „Das ist kein Einzelfall.“

Kommissarin Lorenz will weg von der Bundespolizei. Hört Darstellerin Petra Schmidt-Schaller etwa auf? 

Ja, leider. Es ist bereits der zweite Abgang für den überzeugenden NDR-„Tatort“ nach Sebastian Schipper („Victoria“), der in den ersten fünf Folgen den Kumpel von Falke spielte. Lorenz (35) sagt nun: „Ich habe der Figur gegeben, was ich ihr geben wollte, und dann gemerkt, dass es mich weiterzieht.“ Ihre Nachfolgerin steht mit Franziska Weisz (35, „Kreuzweg“) bereits fest.

Lohnt es sich einzuschalten? 

Auf jeden Fall. „Verbrannt“ erzählt eine beklemmende Geschichte und fragt, wie rassistisch Deutschland ist. Das ist aktueller denn je - und wird sicherlich Diskussionen auslösen.

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