Polka-Schwung: Classic Night in der Königs-Galerie mit Anja Bihlmaier und dem Staatsorchester

Schwungvolle Musik der Strauß-Familie stand im Mittelpunkt der Classic-Night in der Königs-Galerie. Die Erste Kapellmeisterin Anja Bihlmaier dirigierte das Kasseler Staatsorchester. Foto: Fischer

KASSEL. Es ist sicher eines der verrücktesten Stücke von Johann Strauß Sohn: Im rasenden Tempo schnurrt es dahin, zwischen Moll und Dur pendelnd. Diese „Furioso Polka“ gilt als Glanznummer für virtuose Orchester. Und sie zündete bei der 15. Classic Night in der Königs-Galerie.

Das Staatsorchester Kassel verwöhnte rund 800 Gäste mit musikalischen Delikatessen der Wiener Strauss-Familie und mit Hits von Emmerich Kálmán. Erstmals bei diesem Event dirigierte die 1. Kapellmeisterin Anja Bihlmaier – eindrucksvoll energetisch, Akzente auskostend. Ein Temperament, das beim Polka-Schwung ganz daheim war.

So gab’s mehrere grandiose Polkas von „Auf der Jagd“ bis zur besagten „Furioso Polka“ am Ende des regulären Programms. Dazwischen kehrte man „Im Krapfenwaldl“ ein, wo muntere Vogelstimmen ertönten, und begab sich mit Josef Strauß auf Ferienreisen. Bihlmaier dirigierte hier mit Sonnenbrille und Kappe. Apropos Kopfbedeckung: Johann Strauß Vater war vertreten mit den „Erinnerungen an Ernst oder der Carneval in Venedig“, die auf dem Lied „Mein Hut, der hat drei Ecken“ basieren. Die Musiker glänzten dabei mit Einlagen von der hohen Piccoloflöte bis zum tiefen Kontrabass.

In bester Operettenlaune zeigten sich die Gesangssolisten. Tobias Hächler bekannte mit strahlendem Tenor gar die Neigung zur Promiskuität: „Treu sein, das liegt mir nicht“. Moderatorin Insa Pijanka meinte darauf launig, man präsentiere ein Programm voller Amoral und Verworfenheit.

Bariton Hansung Yoo präsentierte mit viel Schmelz den Lagunenwalzer, während Dieter Hönig in Kálmáns Stradivari-Lied seinen Charme spielen ließ. Mit anmutigem Koloratursopran ersang sich Joanna Wydorska im Liebeslieder-Walzer die Sympathien.

Auf viel Beifall folgten zwei Orchester-Zugaben: die „Neue Pizzicato-Polka“ und der Radetzkymarsch zum Mitklatschen.

Von Georg Pepl

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