Pop-Aufsteiger des Jahres: Cro beim Homberger Musikschutzgebiet

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Noch ein Rapper mit ner Maske: Anders als Sido, der stets eine Totenkopfmaske trug, versteckt sich der Stuttgarter Cro hinter einem süßen Pandafell.

Homberg. Für die Veranstalter des Homberger Musikschutzgebietes ist der Rapper Cro wie ein Sechser im Lotto. Die Organisatoren konnten nicht ahnen, dass der 20-Jährige Stuttgarter der Pop-Aufsteiger des Jahres werden würde, als sie ihn vor langer Zeit für den Auftritt an diesem Samstag verpflichteten.

Denn bis vor Kurzem kannte Cro, der sich hinter einer Pandamaske versteckt und eigentlich Carlo heißt, so gut wie niemand.

Hier gibt es das Video zur Hit-Single "Easy"

Mittlerweile ist das Video zu seiner Single „Easy“ auf Youtube 19 Millionen Mal angeklickt worden. Sein Debütalbum wird erst im Juni erscheinen, aber schon seine erste reguläre EP stürmte am Tag der Veröffentlichung auf Platz eins der iTunes-Charts. Am vergangenen Wochenende trat Cro mit Stars wie Metallica bei Rock am Ring auf. Vor allem wegen ihm ist das Musikschutzgebiet-Festival in der Kreisstadt des Schwalm-Eder-Kreises seit Wochen ausverkauft.

Beginn im Internet

Die Erfolgsgeschichte des Musikers, der am Rand der Schwäbischen Alb aufgewachsen ist, beginnt im Internet. Erste Mixtapes, auf denen Cro furios Indierock von Bands wie Bloc Party mit HipHop mischte, hatte er kostenlos ins Netz gestellt. Als der Reutlinger Rapper Kaas einen der Songs auf Youtube hörte, twitterte er: „Wer ist dieser Cro? Falls du das liest oder jemand ihn kennt, bitte melden!“

Mittlerweile ist Cro, der bei der „Stuttgarter Zeitung“ eine Ausbildung zum Mediendesigner absolvierte und bei seinen Eltern in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wohnt, beim Indie-Label Chimperator unter Vertrag.

In der Hit-Single „Easy“, die er im Video von zwei schönen Frauen singen lässt, zitiert er den Bobby-Hebb-Klassiker „Sunny“. Cro kennt keine Genre-Grenzen. Sein Debütalbum hat er „Raop“ getauft, eine Kreuzung aus Rap und Pop.

Mit der Maske versucht Cro sein Privatleben zu schützen. Vor allem aber ist das Tierfell ein schönes Symbol für einen Machtwechsel im deutschen HipHop. Bislang gaben Brutalo-Rapper wie der Berliner Sido, der sich hinter einer Totenkopfmakse verstecke, den Ton an. Dagegen geht es bei Cro um Freundschaft, Computerspiele, Alltagsprobleme und Liebeskummer. Der Panda will nur spielen. Es könnte sein, sagt Cro, „dass die Zeit der Bösen vorbei ist und jetzt die Freundlichen dran sind.“

Das Musikschutzgebiet

Lokale Bands und angesagte internationale Künstler - mit dieser Mischung hat sich das Homberger Musikschutzgebiet-Festival seit der Premiere 2004 einen Namen gemacht. Auch in diesem Jahr kann sich das dreitägige Programm mit mehr als zwei Dutzend Acts auf dem idyllisch gelegenen Grünhof oberhalb der Kreisstadt des Schwalm-Eder-Kreises sehen lassen.

www.musikschutzgebiet.de

Zum Auftakt am Freitag gibt es etwa experimentelle Elektronik mit Robot Koch sowie Hardcore vom Kasseler Quintett Today Forever. Am Samstag treten neben Cro unter anderem die Singer/Songwriterin Kitty Solaris und die Hamburger Indie-Electro-Combo Fuck Art, Let’s Dance auf. Höhepunkt am Sonntagnachmittag dürfte der Synthie-Pop von We Are Alaska werden.

www.musikschutzgebiet.de

Von Matthias Lohr

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