Auftritt am 10. März im Kasseler Schlachthof

Pop-Duo Keøma: Von ganz unten zum Grand Prix

Deutsch-australisches Pop-Duo: Die Wahl-Berlinerin Kat Frankie (links) und der Kölner Chris Klopfer sind Keøma. Foto: Eduardo Pavez Goye

Down Under ist der Eurovision Song Contest seit Jahren eine Attraktion. Nun könnte mit Kat Frankie eine Australierin für Deutschland singen: Mit Keøma startet sie beim Vorentscheid.

Vorigen August schlug sich Kat Frankie mitten auf der Bühne des Kasseler Kulturzelts. Es war nur eine wilde Kissenschlacht, die der Entertainer Olli Schulz angezettelt hatte, mit dem die 37-Jährige als Gitarristin auf Tour war, aber Frankie sagt noch heute: „Das war eines der geilsten Dinge, die ich je auf einem Konzert erlebt habe.“

Noch geiler könnte es werden, wenn die Australierin aus Berlin mit ihrem Pop-Duo Keøma am Donnerstag den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) gewinnen und sich für das Grand-Prix-Finale am 14. Mai in Stockholm qualifizieren würde. Wir haben mit Frankie und ihrem Kölner Kollegen Chris Klopfer gesprochen, die am 10. März auch im Kasseler Schlachthof auftreten.

Die Sängerin

Kat Frankie schwärmte schon für den ESC, als sie noch in einem Vorort von Sydney lebte. In Australien hat der europäische Musikwettstreit traditionell eine große Fan-Gemeinde, weshalb es seit vorigem Jahr sogar einen Starter aus Down Under gibt. „Vielleicht liegt es daran, dass wir eine Nation aus vielen eingewanderten Kulturen sind und es exotisch mögen“, sagt die Sängerin und Gitarristin.

Als sie 2004 nach Berlin zog, um ein Auslandsjahr in der deutschen Hauptstadt zu verbringen, freute sie sich: „Endlich konnte ich voten.“ Die ausgebildete Designerin, die Möbel entwarf, stimmte dann nicht nur einmal, sondern jedes Jahr ab. Denn sie blieb in Deutschland und ist längst eine der bekanntesten Stimmen der Berliner Singer/Songwriterszene.

„Berlin ist nicht so teuer und hier gibt es unglaublich viele Supermusiker“, sagt Frankie. Mit einem ehemaligen Berliner Supermusiker, dem mittlerweile in Mannheim lebenden Konstantin Gropper alias Get Well Soon hat Frankie gerade den wunderbaren Titelsong des ZDFneo-Talks „Schulz & Böhmermann“ aufgenommen.

Die Band

Nach einem Konzert in Köln lernte Frankie 2012 den Rockmusiker Chris Klopfer kennen. Sie verstanden sich sofort und wetteten, wer die traurigeren Songs schreiben könne. Der Wettbewerb endete ohne Sieger. „Wir bewegen uns auf dem selben Level“, sagt Klopfer (27).

Beide taten sich als Keøma zusammen, und auf dem Debütalbum hört man tatsächlich viele traurige und wehmütige Dream-Pop-Songs. Ihr Bandname geht auf einen 40 Jahre alten Italowestern zurück. Um bei Google besser gefunden zu werden, ersetzten sie das O durch ein dänisches Ø. Das, findet Klopfer, „sieht auch auf T-Shirts gut aus“.

Der Song

In ihrem ESC-Beitrag „Protected“ geht es darum, dass man in jemand verliebt ist und doch weiß, dass es nicht klappen wird. Ein typisches Großstadtphänomen. „In Berlin gibt es viele kurze Beziehungen, weil die Leute so unverbindlich sind“, sagt Frankie. Sie weiß, dass die ruhige Pop-Nummer nicht wie der typische Ballaballa-Grand-Prix-Hit klingt. Andererseits sagt Klopfer: „Adele zeigt, dass auch eine ruhige Ballade funktionieren kann.“ Selbst wenn sie beim Vorentscheid sang- und klanglos scheitern: Eine bessere Werbung für ihre anstehende Tour kann es nicht geben.

Keøma: Keøma (Embassy of Music). Wertung: vier von fünf Sternen 

Keøma spielen am 10. März im Kasseler Schlachthof, Mombachstr. 10-12. Tickets: HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Unser Song für Stockholm: Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD. Teilnehmer: Alex Diehl, Avantasia, Ella Endlich, Gregorian, Jamie-Lee Kriewitz, Joco, Keøma, Laura Pinski, Luxuslärm und Woods of Birnam. Moderation: Barbara Schöneberger.

Lesen Sie zum Thema ESC auch: 

- Tobias Sammet ist unser Metal-Star beim Grand Prix

- Sänger Alex Diehl will beim ESC ein Zeichen setzen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.