Er ist ein Original: Rummelsnuff trat beim „Summer Stomp“ im K19 auf

Popeye und Meister Propper

Sang zuletzt mit freiem Oberkörper: Rummelsnuff. Foto: Albrecht

Kassel. Dunkle Gestalten stehen vor dem K19. Es sind an diesem Samstagabend überwiegend Männer in schwarzer Kleidung, manche tragen Springerstiefel. Auf der Jacke einer jungen Frau steht „Hate you“. Aus dem alten Gebäude auf dem Uni-Gelände dringen dröhnende Bässe und eine schreiende Männerstimme. „Deutschland Katastrophenstaat“, brüllt sie.

Combat Company, eine EBM-Band aus Osnabrück, hat ihren Auftritt beim „Summer Stomp“. Fans tanzen in stampfenden Bewegungen. EBM - das steht für Electronic Body Music - ist ein Stil, Anfang der 80er-Jahre in Europa entstanden, bei dem sich Industrial- und Minimal-Electro-Elemente zu einem eigentümlichen Sound mischen.

„Viele, die unsere Szene zum ersten Mal sehen, fühlen sich befremdet“, sagt EMB-DJ Take One, der aus Göttingen wegen des Hauptacts – Rummelsnuff – angereist ist. Aufgrund des militanten Aussehens vermuteten Außenstehende EBMler oft im rechtsradikalen Milieu. „Das ist aber nicht der Fall“, sagt DJ Take One bestimmt. Zwar gehe es um das Ausleben von Aggressivität, auch mit dem Äußeren wolle man auffallen und provozieren. „Aber im Grunde sind wir eine weltweite Multikulti- Musikrichtung.“

Als Rummelsnuff gegen 23.30 Uhr auf die Bühne kommt, rückt die Aggressivität in den Hintergrund. Exotisch, wie eine Mischung aus Popeye und Meister Propper, erscheint der muskelbepackte, bärige, glatzköpfige Rummelsnuff alias Roger Baptist in Badelatschen. „Er tickt rein gar nicht nach der Uhr dieser Zeit“, singt er und könnte sich selbst meinen. Während Rummelsnuff singt, zieht er sich aus. „Rummel, Rummel“, rufen seine Fans. In seiner Musik mischen sich elektronische Elemente mit chansonartigen Einflüssen. Rummelsnuff ist ein Original. Auch sein Kasseler Publikum begeistert er.

Von Yvonne Albrecht

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