Popstar der Posaune: Trombone Shorty im Kulturzelt Kassel 

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Kann alles auf der Posaune: Troy Andrews alias Trombone Shorty. Foto: Malmus

Kassel. Als 1991 der damals fünfjährige Trombone Shorty Posaune spielend in einer Marching Band durch New Orleans stapfte, war er gerade mal so groß, wie sein Instrument lang war. Mittlerweile steht ein gut aussehender, durchtrainierter junger Mann auf der Bühne, und seine Posaune wirkt bei ihm so leicht wie ein Blasrohr. Nur dass er keine Giftpfeile verschießt, sondern extrem interessantes Tonmaterial.

Bei seinem Auftritt im gut gefüllten Kulturzelt präsentierte er überwiegend Songs aus seinem aktuellen Album „Say that to say this“ – eine knackige Mischung aus Blues, sperrigem Fusionfunk und Vocal-Poprock mit Soul-Attitüde. Mit dabei der agile Gitarrist Pete Murano, das Rhythmusphänomen Joey Pebbles, die schwergewichtige Tieffrequenz-Koryphäe Michael „Bass in the face“ Ballard sowie die Saxofonisten Dan Oestreicher und Tim Mcfatter. Hinter der Studenten-Optik der Band verbargen sich tolle Spieltechnik und Musikalität.

Klasse Bläsersätze, mitreißende Gitarrensoli, urbane Bassgymnastik und Shortys Posaunen- und Trompetenspiel offenbarten die Spielkultur einer experimentierfreudigen Südstaaten-Clique, die mit energiegeladenem Klangmaterial Musikgourmets jüngeren Alters erreichen möchte.

Mit der Grammy-Nominierung seines Albums „Backatown“ heftete er sich 2011 an die Fersen des gesetzteren Jazzpublikums, um jetzt mit seinem Image als Popstar der Synkopen einen Generations-Rundumschlag zu starten. Nachteil: Manches klang etwas glattgebügelt und auf Mainstream frisiert. Doch wenn man den Deckel vom Topf nahm, dann brodelten die Arrangements wie kreolisches Hühnercurry in der Pfanne. Als Zugabe gab es noch einen Nachschlag Mardi Grass mit traditionellem Brassband-Sound. Und dass alle Bandmitglieder etwas von Rhythmus verstehen, bewiesen sie bei einem kollektiven Drumsolo. Dafür gab es kräftigen Beifall und begeisterte Kommentare.

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