Potenzial für viel mehr: Christina Lux und ihre Band im Schlachthof

Genoss die Heimatgefühle in Kassel: Sängerin Christina Lux mit Schlagzeuger Alfonso Garrido im Kulturzentrum. Foto: Fischer

Kassel. „Ich roll mir meinen selbst gekauften roten Teppich auf der Bühne immer selbst aus.“ Ja, so ist das Musikgeschäft. Christina Lux weiß, wovon sie da spricht. In dieser Branche wird einem nichts mehr geschenkt. Dabei hätte sie es verdient, endlich einmal bei einem anspruchsvollen Plattenlabel unterzukommen.

Bei ihrem Konzert im ausverkauften Kulturzentrum Schlachthof zeigte sich wieder einmal, dass ihr kompositorisches Potenzial und ihre fantastische Stimme vielleicht nur durch die Ohren eines erfahrenen Produzenten durchgespült werden müssten, um sie in dem Genre Songwriter-Pop nach ganz oben zu katapultieren.

Denn mit „Shelter“, „Coming Home At Last“ und „To The World“ erzeugt sie eine atmosphärische Wärme und Intensität, die auch auf großen Bühnen für Begeisterung sorgen würden. Das kam an diesem Abend besonders spannend, da mit Alfonso Garrido an der Perkussion und dem E-Bassisten Dominik Krämer zwei Topinstrumentalisten ihre Arrangements veredelten.

Doch auch den beiden Musikern von Stefan Raabs „tv total“-Band Heavytone gelang es nicht immer, Längen und Schwachstellen in manchen Songs zu überspielen. Jeder für sich brillierte, doch im Zusammenspiel mit Lux quetschten sich ein paar Fragezeichen in das Programm. Mit „Free“ erreichte man den Gipfel der Funkyness, und bei „She Is Me“ ritt man gemütlich durch die Country-Lounge.

Es war ein gutes Konzert, abwechslungsreich und interessant. Das Publikum war begeistert, und Lux genoss sichtlich die Heimatgefühle, die sich bei ihr als Kasselerin immer wieder einstellen, wenn sie hier gastiert.

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