Jugendsinfonieorchester Kassel: Grandiose Leistung in Ahnatal

Prächtige Tongemälde

Mit viel Feingefühl: Das Jugendsinfonieorchester Kassel, geleitet von Kiril Stankow. Foto: Schachtschneider

Ahnatal. Es war das Wochenende des Jugendsinfonieorchesters Kassel und des Dirigenten Kiril Stankow, standen doch gleich drei Konzerte auf der Agenda. Glänzend gelang bereits am Freitag der Auftakt im Bürgersaal Ahnatal-Weimar, wo die jungen Instrumentalisten auf Einladung der Musikschule Chroma ganz groß aufspielten.

Das Orchester begeisterte die 250 Zuhörer mit einem weiten musikalischen Bogen – beginnend mit Beethovens „Egmont“-Ouvertüre und einer tönenden Reise von Moll zu strahlendem Dur. Ein frisches Jugendwerk von Richard Strauss folgte: sein 1. Hornkonzert. Der spätere Meister der sinfonischen Dichtung und der Oper hat es mit 18 Jahren geschrieben, in einem noch frühromantischen Stil mit Anklängen an Mendelssohn und Carl Maria von Weber.

Beseelt musizierend und mit tosendem Beifall belohnt, gab der 22-jährige Hornist Julius Rath eine schöne Talentprobe. Nicht weniger überzeugend das Orchester und Dirigent Stankow. Mit viel Feingefühl gestalteten sie etwa den in der Intensität allmählich abflauenden Übergang vom ersten zum langsamen Satz.

Die Krönung bildeten aber Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in der farbenreichen Orchestrierung von Maurice Ravel. Was das Jugendsinfonieorchester in den Soli und im Zusammenspiel leistete, war einfach grandios. Extralob gebührt den Blechbläsern - nicht zuletzt für die düster-schweren Akkorde im „Katakomben“-Satz.

Nach den prächtigen Tongemälden bekam Dirigent Stankow – wie zuvor Hornsolist Julius Rath – einen Blumenstrauß von Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger. Das Publikum spendete den Musikern minutenlang Standing Ovations. Exquisit die Zugabe des betörenden Instrumentalstücks „Entrée de la muse Polymnie“ aus der Barockoper „Les Boréades“ von Jean-Philippe Rameau.

Eindrucksvoll war am Beginn des Abends der Auftritt von chinesischen Gästen aus der Millionenstadt Chengdu: Ein virtuoses Ensemble der Schule für Kunst und Kultur „Blauer Flieder“ stellte faszinierende Instrumente vor.

Von Georg Pepl

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