Junge HipHopper lernen bei der KWU-Connection den Berufsalltag kennen und geben Workshops

Die Praktikanten unter den Rappern: KWU-Connection gibt Einblick ins Berufsleben 

Haben ihren ersten Sampler herausgebracht: Die Rapper (von links) Christopher Agih alias Black Fire, Jonas Kramski alias Pimf und Timo Schindzielorz alias Kico. Foto: Lohr

Die Geschichten junger Musiker lesen sich heute bisweilen so, als gehörten sie in den Wirtschaftsteil. Die Geschichte der HipHopper Timo Schindzielorz und Jonas Kramski etwa spielt zum großen Teil in einem neu eingerichteten Büro im ehemaligen Zollamt hinter dem Kulturbahnhof.

Dort ist der Sitz der KWU-Connection, einer Veranstaltungsagentur mit einem Geschäftsführer (Gemal Abdelwhab) und einem Head of Office (Oliver Hartdegen), wie es heute neudeutsch heißt, wenn sich jemand um die Kommunikation kümmert. Neben dem Büro befindet sich ein ebenso schickes Tonstudio, in dem Schindzielorz alias Kico (20) und Kramski alias Pimf (18) mit Christopher Agih alias Black Fire (20) gerade ihren ersten Sampler aufgenommen haben. Wie man ihn an den Mann bringt, lernen Kico und Pimf ebenfalls bei der KWU: Die HipHopper machen dort ihr Jahrespraktikum für ihr Fachabitur.

Es ist jedoch nicht so, dass sie dort den ganzen Tag nur rappen. „Sie sollen ja auch etwas lernen“, sagt Hartdegen, der mit der KWU-Connection große Pläne hat. Der Name steht für „Kassel Wiesbaden Untergrund“. Nachdem der Geschäftsführer Abdelwhab vor vier Jahren aus der Landeshauptstadt nach Kassel kam, hat sich sein Laden mit HipHop- und anderen Veranstaltungen einen Namen gemacht. KWU holte Stars wie Fler und die Atzen nach Nordhessen. Im vergangenen Jahr organisierte die Agentur gar ein Konzert mit der HipHop-Legende Busta Rhymes in der documenta-Halle.

Nun sollen die laut Hartdegen „selbst gezüchteten Talente“ durchstarten. Der 25 Tracks umfassende Sampler bietet Old-School-Beats, Straßenrap und poppigen Gesang, für den Schindzielorz in seinen Songs verantwortlich ist. Als Kico gewann er das deutschlandweite Video-Battle-Turnier einer Internetseite. Sein Youtube-Kanal zählt mittlerweile mehr als zwei Millionen Aufrufe.

Demnächst könnten noch mehr Fans dazukommen, denn die KWU-Crew will in ihren Räumen im ehemaligen Zollamt Workshops geben für Tanz, Rap, Beat-Produktion und Performance. Auch CD-Produktionen sind für den Nachwuchs möglich.

Das alles klingt nach einem guten Business-Plan. Sogar ein Satz von Agih alias Black Fire passt ins Bild. Über den Rapper aus der Nordstadt sagen manche, er fahre die „Assischiene“, wie er zugibt. Er selbst sagt mit einem Augenzwinkern: „Ich bin der Gangster.“ Wahrscheinlich weiß er, dass sich böse gut verkauft.

Konzert der KWU-Crew mit After-Show-Party am Samstag, 20 Uhr, im „Unten“ hinter dem Kulturbahnhof.

Den KWU-Sampler gibt es als kostenlosen Download auf www.kwu-records.de

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.