Gemeinschaftsausstellung in der agri cultura

Pralle Formen, diffizile Technik

Dagmar Horch: Engel mit offenem Herz (links), Horst Sauer: Ohne Titel. Fotos: Gebhardt

Kassel. Gemeinschaftsausstellungen bieten die Gelegenheit, verschiedene künstlerische Standpunkte kennen zu lernen. Das ist immer interessant, kann sich aber durchaus als unvorteilhaft erweisen, wenn nämlich die Qualität der Kunst sehr unterschiedlich ausfällt.

Das ist auch in der aktuellen Ausstellung „agri cultura 51“ zu beobachten. Gezeigt werden in Foyer und Besprechungsraum der Landschaftlichen Sozialversicherung Arbeiten von Dagmar Horch und Horst Sauer. Erster Eindruck: Dagmar Horch, die die Ausstellung auch von der Anzahl der Arbeiten her dominiert, liebt es plakativ, prallbunt und schwelgt in runden Formen. Sie schätzt die üppigen weiblichen Nanas von Niki de Saint Phalle oder die starkfarbigen abstrahierenden Porträts des Russen Alexej Jawlensky. Die Nanas variiert sie zum drollig Putzigen, Jawlensky versucht sie zu kopieren. Sie scheint auf der Suche nach einem eigenen Stil zu sein. Gefunden hat sie ihn (noch) nicht.

Zweiter Eindruck: Auch Horst Sauer hat einen Bezugspunkt: Das ist der magische Realismus. Seine Ölbilder sind eher großformatig, die Farben gedeckt. Seine Kunst wirkt verhaltener, nachdenklicher. Sauer ringt sichtbar um Ausdruck, Formen, Möglichkeiten. Nicht zuletzt seine kleinformatigen, fast winzigen Lithografien faszinieren mit ihrer diffizilen Technik.

Sozialversicherung, Luisenstraße 12, bis 28. 12. , Mo bis Fr 9-15 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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