Glory Art Youth und 31 Knots im Schlachthof

Prediger für die Menge

Kassel. Freitagabend lag die Luft drückend über dem Kulturzentrum Schlachthof. Im Saal geriet man schnell ins Schwitzen. Ab 22 Uhr sollten Glory Art Youth und die US-Band 31 Knots der Menge aber erst so richtig einheizen.

Glory Art Youth sind vier Männer um die 20 aus Warburg, die „Math Rock“, progressiven, vertrackten Indierock spielen. Nach Sekunden bretterten die Gitarren. Der Song „Brandenburg“ überzeugte mit Wechseln zwischen zärtlichem Gesang und harten Gitarren.

31 Knots würden irgendwas zwischen Slayer und Frank Sinatra machen, sagte Sänger Joe Haege: „Entweder du liebst oder du hasst uns.“ Sie wurden geliebt. Haege baute sich wie ein Prediger auf. Der dürre Sänger im grauen Hemd forderte: „Stand Up!“ Die Besucher wollten mittanzen, wussten aber nicht richtig wie. Glaubte man, unter der Wucht der Gitarren so etwas wie eine Melodie zu vernehmen, zerstörte die Band jeden Ansatz von Ordnung. Bei „Compass Command“ ertönten Frauenstimmen aus den Boxen. Haege brüllte zurück. Er kroch auf dem Boden, dann spielte die Band einen melodischen Rocksong vom aktuellen Album „Trump Harm“. „Candles on open Water“ konnte durch einen eingängigen Refrain überzeugen.

Am Ende erschien das Ganze wie die wilde Selbstverwirklichung eines exzentrischen Geistes auf musikalisch hohem Niveau. Lakonisch bemerkte ein Bandmitglied: „Ich hab keine Ahnung, was in Joe Haege vorgeht, wovon unsere Songs handeln.“ In Erinnerung bleibt ein durchgeknallter Auftritt zweier sympathischer, besonderer Bands.

Von Dominik Buchheit

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