Preis an d13-Künstlerin Mariana Castillo Deball

Mariana Castillo Deball

Die aus Mexiko stammende Berliner Künstlerin Mariana Castillo Deball (38) ist mit dem Preis der Nationalgalerie für junge Kunst in Berlin ausgezeichnet worden. Castillo Deball hatte 2012 bei der documenta 13 im Fridericianum ausgestellt.

In diesem Jahr gibt es kein Bares. Erstmals locken nicht 50 000 Euro, sondern eine Einzelschau. Die Gewinnerin des Preises der Nationalgalerie für Junge Kunst wird die Ausstellung in einem der Häuser der Berliner Nationalgalerie bestreiten. Strahlend nahm Mariana Castillo Deball die Auszeichnung entgegen. Eine fünfköpfige Jury, zu der neben Direktor Udo Kittelmann Ex-documenta-Leiter Okwui Enwezor vom Münchner Haus der Kunst zählt, entschied: Sie will mehr von der Künstlerin sehen.

Einen Einblick vermittelt die Gruppenschau zum Preis. Vier Mitstreiter der so genannten Shortlist (aus 140 Bewerbern) zeigen im Museum für Gegenwartskunst, was sie drauf haben. Castillo Deball, die an der documenta 13 und der 54. Biennale von Venedig teilgenommen hat, verwies mit ihrer schwarzen Bodenarbeit Kerstin Brätsch, Haris Epaminonda (ebenfalls document-13-Teilnehmer) und Simon Denny auf die Plätze.

Es gewinnt ohnehin nicht unbedingt der Beste, denn gut sind sie ja alle, die es in die Auswahl schafften, sondern das Werk, das dem Traditions-Verständnis und den subjektiven Kriterien der Fachleute am besten entspricht. Diesmal votierte die Jury für einen multimedialen Ansatz, der Kunst und Forschung verbindet, Fundstücke und Fakten, Geschichte und Anthropologie.

Castillo Deball aus Mexiko lebt in Berlin. Hier recherchiert die 38-jährige oft wochenlang in Bibliotheken. Dabei stieß sie im Iberoamerikanischen Institut auf den historischen Stadtplan von Tenochtitlán. So hieß die Inselstadt der Azteken, die der spanische Eroberer Hernán Cortés unterwarf. Der Plan diente als Vorlage für ihre 150 Quadratmeter große Bodenarbeit. Der Besucher kann den in eine Zeichnung übertragenen Stadtplan des ausgelöschten Vorläufers von Mexiko-Stadt begehen.

Medienkünstler Denny beschäftigt die digitale Welt, die Hacker und das Fernsehen. Sein Werk ist aktuell und zeitgemäß, während Brätsch an einer Erweiterung der Malerei festhält und Epaminonda schwer zugängliche Video-Konzeptkunst präsentiert. Doch dabei sein ist alles.

Bis 12.1., Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50-51, www.preis2013.de

Von Andrea Hilgenstock

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.