Preis für Dach-Drama: Kasseler Dokumentarfilmfest mit Besucherrekord

Glückliche Gewinner: Olaf Saumer (links) mit dem Goldenen Herkules und Tilman Hatje mit dem Golden Cube. Foto:  Malmus

Kassel. Ein abendfüllender Spielfilm aus Kassel ist am Sonntag im ausverkauften Balikino zum Abschluss des Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes mit dem Goldenen Herkules ausgezeichnet worden. Der mit 2500 Euro dotierte Kasseler Oscar geht an Olaf Saumer für „Suicide Club“.

Der Abschlussfilm des aus Bad Emstal stammenden Filmstudenten handelt von fünf Menschen, die gemeinsam von einem Hochhausdach in den Tod springen wollen. Doch es kommt ganz anders. Gedreht mit Minibudget und viel persönlichem Einsatz hat der Film den Sprung in die Kinos geschafft, bundesweit startet er am 25. November.

Der Herkules wird von der Kasseler Machbar GmbH gestiftet, die Preisstatue stammt von der HNA. Die Jury begründete die Entscheidung so: „Der Film besticht mit präzise platzierten Wendepunkten, dem übergreifenden Rhythmus der einzelnen Episoden sowie der vielschichtigen Bildmontage. Dass die 96 Minuten uns mitreißen, liegt auch an den spielfreudigen Schauspielerinnen und Schauspielern.“

Weitere Preisträger sind Lukas Thiele und Tilman Hatje. Ihre Medieninstallation „Weltmaschine“ wurde mit dem Golden Cube ausgezeichnet, 2500 Euro Preisgeld werden vom Kasseler Softwareunternehmen Micromata gestiftet. Die Kasseler bauten mit Lautsprechern, Beamer und vibrierenden Schnüren eine Art begehbares Musikvideo. In der Ausstellung „Monitoring“ war sie zu sehen.

Den Goldenen Schlüssel für die beste dokumentarische Nachwuchsarbeit erhielt Viera Cakanyova für „Alda“, das Porträt einer Alzheimerpatientin, die ihr Vergessen mit der Kamera dokumentiert. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und kommt von der Stadt Kassel.

Das A38-Produktionsstipendium des Werkleitz-Zentrums für Medienkunst geht an die Kanadierin Kara Blake. In ihrer Arbeit „The Delian Mode“ porträtiert sie die Pionierin der elektronischen Musik, Delia Derbyshire.

Mit einem neuen Besucherrekord ist das Dokfest zuende gegangen. Erstmals wurden über 11 000 Besucher gezählt. Das liegt an zusätzlichen Angeboten des sechstägigen Festivals, so die Organisatoren Gerhard Wissner Ventura und Kati Michalk. Das Organisationsteam hat seinen Schwerpunkt auf Diskussion und Vermittlung gestärkt. Den festlichen Abschluss präsentierte Steffen Hallaschka. Der aus Kassel stammende Fernsehmoderator übernimmt demnächst „Stern TV“. (fra)

Die Preisträgerfilme laufen am Samstag ab 13 Uhr im Kasseler Balikino. „Suicide Club“ läuft ab 25.11. im Filmladen. Preview am 24.11., 21 Uhr, mit Team.

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