Premiere im Kasseler tif

Premiere im Kasseler tif: Maulina mault mit Recht

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Eine, zwei, drei Maulinas: Bei den „erstaunlichen Abenteuern der Maulina Schmitt“ schlüpften (von links) Caroline Dietrich, Tobias Schormann und Pauline Kästner in die Rolle des Mädchens.

Das Junge Staatstheater Kassel präsentierte das Stück "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt" für Kinder ab zehn.

 „Zum Glück nur noch siebeneinhalb Jahre, bis ich erwachsen bin und endlich alleine entscheiden kann.“ Dass die charakterstarke Paulina unzufrieden ist, wird deutlich. Auf das Leben der Zehnjährigen legt sich ein Schatten. Sie muss mit ihrer Mama aus der geliebten Wohnung, ihrem Königreich, ausziehen, denn die Eltern trennen sich. Damit nicht genug: Mama ist krank und Papa hat eine neue Freundin. Weil Paulina immer so viel mault, ist sie besser als „Maulina“ bekannt. Spätestens nach diesen Schicksalsschlägen hat sie allen Grund zum Maulen.

„Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“, ein Kindertheaterstück (ab zehn Jahren), hatte im tif Premiere. Dem Stück liegt der erste Band „Mein kaputtes Königreich“ der Maulina-Trilogie zugrunde. Der Hamburger Autor Finn-Ole Heinrich wurde für die Bücher mit dem Luchs-Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

In der Kasseler Inszenierung (Regie: Anna Vera Kelle, Dramaturgie: Thomas Hof) wird Maulina in all ihren kindlichen Facetten von wütend und traurig bis zärtlich und energisch auf einfühlsame Weise von Pauline Kästner gespielt. Phasenweise gibt es aber zwei oder sogar drei Maulinas auf der Bühne. Denn auch die Schauspieler Caroline Dietrich und Tobias Schormann schlüpfen ab und zu in die Rolle des Kindes. So werden innere Monologe zum Dialog oder Trialog und beleuchten Maulinas Gefühlswelt.

Caroline Dietrich spielt außerdem mit ausdrucksstarkem Mienenspiel Maulinas Mutter, Tobias Schormann verkörpert Freund Paul sowie den Großvater und sorgt für Humor. Neben geänderter Spielweise werden die Rollenwechsel durch minimale Kostümveränderungen, wie das Tragen eines Mantels oder eines Schnurrbarts, sichtbar. Was für Erwachsene ein nachvollziehbareres Ausdrucksmittel ist, scheint einige der Kinder im Publikum zu verwirren. Nach dem Stück hörte man allerorten die Fragen der Kinder und Eltern, die dieses Spielelement erläuterten.

Der Umzug und das Verlassen ihres „Königreichs Mauldawien“ ist der Dreh- und Angelpunkt der konstruierten Geschichte. Auch das Bühnenbild von Michael Ottopal mit seinen Umzugskartons, die durch Licht- und Schattenspiel geschaffenen Räume und beweglichen Bühnenelemente spiegeln den Umbruch wider. Mit der neuen Wohnung in „Plastikhausen“ möchte sich Maulina nicht anfreunden. Doch zum großen Gewinn wird die Freundschaft zum Nachbarsjungen Paul, der selber nicht gerade auf Rosen gebettet ist. Gemeinsam sind sie stark.

Die nächsten Vorstellungen sind am heutigen Dienstag, 8. Mai, und am 26. Mai. Karten: Tel. 0561 / 1094-222.

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