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Premiere von „Abba klaro“ begeistert das Publikum in der Kasseler Komödie

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Von: Sascha Hoffmann

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Endlich als Babba wiedervereint: Anne (Marlitt Werner, von links), Björn (Patrick Stauf), Benni (Robert Stumpf) und Agnes (Nadine König).
Endlich als Babba wiedervereint: Anne (Marlitt Werner, von links), Björn (Patrick Stauf), Benni (Robert Stumpf) und Agnes (Nadine König). © Sascha Hoffmann

Mit etwas Verspätung fand sie nun endlich statt: Die Premiere von „Abba klaro“ in der Kasseler Kömodie. Die Zuschauer zeigten sich entzückt von der Vorstellung.

Kassel – In die Komödie geht man in der Regel, um den Alltag für einen Abend hinter sich zu lassen und einfach mal herzlich zu lachen. Man hat sich selbst auf gute Laune gepolt – ein Zustand, in dem das Lachen deutlich leichter fällt. Da lassen schon ein paar flache Gags und gnadenlos überzogene Klischees Lachsalven durch den Saal donnern, die spielend leicht mit dem kultigen Gelächter konkurrieren können, das amerikanische Sitcom-Produzenten so gern aus dem Off einspielen, wenn ein Gag gelandet ist.

In der Kasseler Komödie sind die Lacher am Freitag aber echt. Grund ist die Premiere von „Abba klaro“, in der Benni (fantastisch: Robert Stumpf) als Ex-Mitglied der ABBA-Coverband „Babba“ von der Mafia bedroht wird und schleunigst Geld auftreiben muss. Sein Weg aus der Bredouille: ein Comebackauftritt mit seinen einstigen Bandkollegen. Was der von Gags und Zwischenapplaus gepflasterte Weg dorthin mit Nagelpflege, Bier und enttäuschter Liebe zu tun hat, klärt sich schnell in Bennis mit Umzugskisten vollgestellter Werkstatt, wo seine zurückkehrenden Bandkollegen vom rettenden Auftritt überzeugt werden müssen.

Bei Björn (Patrick Stauf) ist nur der Humor trocken, er selbst nämlich trinkt „nur an Tagen, die auf -g enden“ - und, wie das Komödienpublikum lautstark ergänzt: „mittwochs.“ Agnes (Nadine König), die Babba-Agnetha, quietscht sich ausdauernd-nervig durch ihre eigenwilligen Witze und gibt überzeugend das lebendig gewordene Naildesignerinnen-Klischee: „Ich verfahre mich nicht, ich kreise mein Ziel ein.“

Nur Benni-Ex Anne (Marlitt Werner) umgibt sich mit dem Charisma einer Anni-Frid und versöhnt so all jene, die weniger der Gags, sondern vielmehr der Liebe zu Abba wegen gekommen sind. So kommen am Ende alle auf ihre Kosten beim kurzweiligen Mix aus Gags, Lachern und Melodien, die auf wundersame Weise immer verzaubern, wie eigenwillig auch immer sie dargeboten werden.

Weitere Vorstellungen sind unter anderem am 18., 19., 20., 24., 25. und 26.11. Weitere Termine unter komoedie-kassel.de (Sasha Hoffmann).

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