Keine Streicher vermisst: Konzert mit den Bläsern des hr-Sinfonieorchesters in der Kaufunger Stiftskirche

Ein Programm voll weihnachtlichem Glanz

KAUFUNGEN. „Haben Sie Streicher vermisst?“, fragte der Moderator und Trompeter Norbert Haas verschmitzt, nachdem in der Kaufunger Stiftskirche Samuel Barbers „Adagio for Strings“ erklungen war. Bei den ausgezeichneten Bläsern von hr-brass überzeugte es auch ohne Geige und Cello. Dunkel, weich und mit großer dynamischer Steigerung bis zum strahlenden Forte-Höhepunkt kam das traurige Adagio daher: ein Musikstück, das in Filmen wie Oliver Stones Vietnam-Drama „Platoon“ für Pathos sorgt.

Beim Kaufunger Konzert war es für 450 Zuhörer besinnliches Intermezzo in einem vom weihnachtlichen Glanz dominierten Programm.

Garanten für Glanz und Gloria waren Händel („Einzug der Königin von Saba“ und „Feuerwerksmusik“) und Giovanni Gabrieli - die venezianische Mehrchörigkeit Gabrielis bildet eine Spezialität von hr-brass. Festlichkeit verbunden mit Tiefsinn gab es in einer eigens für das Ensemble arrangierten weihnachtlichen Bach-Suite. Kompliment an die Hornisten, welche die schwingende Geigen-Melodie des Kantatensatzes „Jesus bleibet meine Freude“ mit Bravour bliesen.

13 Bläser und ein Paukist des hr-Sinfonieorchesters gestalteten souverän die raffinierten Arrangements. Ein Opernschmankerl zwischendurch: Puccinis Arie „Che gelida manina“ mit dem Soloposaunisten Oliver Siefert. Schön auch, was Moderator Norbert Haas das kräftig applaudierende Publikum wissen ließ: Das erste Konzert von hr-brass hatte vor 26 Jahren in der Kaufunger Stiftskirche stattgefunden.

Von Georg Pepl

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