Max Prosa beeindruckte in Vellmar mit Liedern voller Poesie

Texte mit Tiefgang: Max Prosa beim Sommer im Park. Foto: Schachtschneider

Vellmar. Zuweilen scheint sich die Großartigkeit eines Künstlers nicht genug herumzusprechen. So gab Max Prosa mit seiner Band am Freitagabend sein wunderbares Konzert beim Vellmarer Sommer im Park in einem eher schlecht besuchten Zelt.

„Willkommen in diesem Himmelszelt“, sagt Prosa tapfer und wird vom Publikum jubelnd empfangen. Er beginnt mit nuschelnder, tiefer, eingängiger Stimme seine Lieder zu singen. „Wir haben viel Platz zum Tanzen.“ Und der Berliner mit dem Wuschelkopf und der Schmetterlingstätowierung am Arm macht es vor, hüpft auf der Bühne herum und sorgt mit seinem Mundharmonikaspiel für Begeisterung.

Dabei sind es vor allem Prosas bisweilen brillant-poetische Texte, die überzeugen und berühren. „Tragt nur euer Leben in die totgesagte Welt. Sie wollen totale Kontrolle über das, was sich bewegt. Über das, was in uns lebt.“

Immer schwingt etwas Weltschmerz mit in seinen Liedern, die Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt, in der das Gefühl von Zerrissenheit endlich verschwunden sein wird. Seine Texte handeln vom Anderssein und vom Sich-wehren-müssen gegen das, was von außen Einfluss nehmen will. „Manchmal bleibt nur die Enklave der Fantasie. Denn dahin kommen sie nie.“ Prosa singt von der Flucht vor einer allzu harten Wirklichkeit und vom Geborgensein in der Liebe, die alles heil machen kann.

Oft wurde er mit dem jungen Bob Dylan verglichen. In jedem Fall ist Prosa ein Singer-Songwriter, der poetischen Folk mit Pop- und Rock-Elementen produziert. Manche mögen ihn als Hipster bezeichnen; modebewusste Menschen, die oft dafür kritisiert werden, etwas Neues hervorbringen zu wollen, und doch nur Gleichförmigkeit produzieren. Dieser Vorwurf trifft auf Max Prosa nicht zu. Seine Lieder sind Avantgarde, seine Texte haben Tiefgang. Da ist etwas Besonderes zu hören an diesem Abend.

Von Yvonne Albrecht

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