Die Black Stone Raiders boten anstrengende Kost im Schlachthof

Roh und provozierend

Legenden an den Instrumenten: Schlagzeuger Will Calhoun und Bassist Darryl Jones beim Auftritt im Schlachthof. Foto:  Fischer

Kassel. Leicht machten es die Black Stone Raiders ihrem Publikum wahrlich nicht. Bassist Darryl Jones, Schlagzeuger Will Calhoun und Gitarrist Jean-Paul Bourelly könnten ohne mit der Wimper zu zucken ein Programm abliefern, dass an Ästhetik, Perfektion und Spielfreude keine Wünsche offen lassen würde. Im Fusionjazz und im Crossover-Pop gehören sie zu den instrumentalen Superstars und Miles Davis, die Rolling Stones und Sting zählten zu ihren Arbeitgebern.

Stattdessen präsentierten sie bei ihrem Konzert im gut gefüllten Schlachthof rocklastige Merkwürdigkeiten, krude Banalitäten und unfertig wirkendes Rohmaterial. Irgendwo zwischen Jimi Hendrix, Red Hot Chilli Peppers und Steve Coleman ließ man die Hunde von der Leine und improvisierte sich sperrig bis überbordend durch das Gehege.

Allerdings könnte man auch dieses düstere Gewitter als einen gewollt inszenierten Sturm durch die Klischee-verseuchten Gehörgänge interpretieren, und schon hatte man einen komplett anderen Zugang zu den Kompositionen. Ein instrumentales Statement, politisch und provozierend - so zerrte die Gitarre an den verschrobenen Harmonien, intonierte man den Gesang aus der warmen Klangempfindung hinaus und stampfte stoisch durch die Grooves.

Die von vielen erwarteten Funk- und Jazzhäppchen wurden nur selten serviert, und so hielt sich das Publikum mit Applaus bedeckt. Das Drumsolo von Calhoun, der geschmeidige Bass von Jones und die Hendrix-Stilistiken von Bourelly gehörten zu den Höhepunkten des Abends.

Nach zwei Stunden energieintensiver Anteilnahme entließ man die Band ohne Zugabe in die Autogrammstunde.

Von Andreas Köthe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.