Eine improvisierte Oper unter der Leitung von Diego Jascalevich

Pudelwohl im freien Raum

Diego Jascalevich dirigiert: Am Tisch sitzen Jaspers Schwester (Catherina Cartes), Jasper (Jochen Riess, Mitte) und sein Freund Liudas (Carlo Ghirardelli). Foto: Malmus

Kassel. Als Virtuose auf dem Zupfinstrument Charango ist Diego Jascalevich bekannt. Außerdem ist der in Kassel lebende gebürtige Argentinier ein kreativer Kopf und eine starke Integrationsfigur.

Ein außergewöhnliches Projekt kam nun zur Uraufführung in der Kulturfabrik Salzmann. Und zwar eine Oper mit improvisierter Musik. Die literarische Vorlage zu „Die bitteren Gräser“ stammte von Adolfo Jascalevich, dem Vater des Musikers. Vom tragischen Irrtum eines Idealisten erzählt die im Journalisten-Milieu von Buenos Aires angesiedelte Geschichte, die 1956 erfolgreich verfilmt worden war. Diego Jascalevich vereinte in der Kulturfabrik Mitwirkende, die man aus unterschiedlichen Zusammenhängen kennt. Ein Jazzer spielte neben einer Musikerin des Harleshäuser Kammerorchesters. Ein gestandener Schauspieler agierte neben jungen Gesangstalenten und dem von Heiner Wiedenfeld geleiteten Chor.

Eine lebendige Interaktion herrschte zwischen Diego Jascalevich und dem Ensemble: Man fühlte sich pudelwohl im freitonalen Raum. Dissonante Klangfelder der 22 Instrumentalisten gab’s, das beschlagene Klavierspiel von Till Mertens und Englischhorn-Elegik von Fiona Dancy. Neben den Sprechrollen von Jochen Riess und Carlo Ghirardelli gab es die improvisierten Gesangspartien von Katja Friedenberg, Catherina Cartes und Marco Rudmann, was besonders bei Cartes äußerst bemerkenswert klang. Viel Beifall der rund hundert Gäste.

Von Georg Pepl

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