Putze wird Prinzessin:

Zauberhafte Märchenwelt: Szene mit Cinderella (Christina Schulz, links) und Fee Jolanda (Lucy Diakovska). Foto: Fischer

Kassel. Märchenaufführungen haben ihren speziellen Charme und Zauber. Wann sonst verbindet ein Bühnenerlebnis drei Generationen – Großeltern, Eltern und Kinder? Die Großen erinnern sich, die halb so Großen tauchen, manche noch vom Schoß aus, mit staunenden Augen in die Märchenwelt ein.

650 Besucher waren am Samstag bin die Stadthalle gekommen, um das Märchen-Musical „Cinderella“ (Aschenputtel) zu erleben (Regie und Produktion: Thomas German/Mario van der Linden). Bevor die Geschichte der liebreizenden Cinderella, die von ihren verzogenen Stiefschwestern und deren miesen Stiefmutter zur Putze degradiert wird und über den beim Ball verlorenen Schuh von ihrem späteren Prinzgemahl (Patrick May) aufgespürt wird, losging, gab es zunächst entzückende Bilder im Zuschauerraum: Viele Kinder hielten blinkende Leuchtzauberstäbe in den Händen, einige kleine Mädchen waren gar kostümiert wie Märchenprinzessinnen.

Die Produktion hatte viel versprochen, hielt aber auch viel. Es gab eingängige Popsongs, gut gesungen, wenngleich der Sound nicht optimal war. Das Bühnenbild überzeugte trotz einfacher Machart, die tolle Licht-Show ohne Einschränkung. Humor, Lebendigkeit und kindgerechte Darstellungen waren Trumpf. Besonders die Tierfiguren, eine freche Maus (Annemarie Reuter), ein schwäbelnder Igel (Marco Wiskandt), eine tanzwütige Taube (Michael Ewig), ein freundlicher Hund (Marc Trojan), allesamt prächtig kostümiert, eroberten rasch die Herzen der Besucher.

Und natürlich Stinky, das Stinktier (ebenfalls Patrick Mai), das zum Vergnügen der Kinder bei jeder Gefühlsregung gut vernehmbar pupste. Viel Liebreiz verströmte Christina Schulz als Cinderella. Ein Extralob geht an Luisa Rhöse, Ilona Bielmeier und Barbara Endl. Herrlich dämlich, zickig und überdreht agierten die drei als Stiefschwestern und Stiefmutter. Applaus bekam auch Ex-No-Angels-Sängerin Lucy Diakovska als Fee Jolanda. Bei Cinderellas Trauung regnete es dann Gold- und Silberkonfetti. Viel Applaus für dieses liebevoll inszenierte Musical.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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