Neu im Kino: Shawn Levys „Real Steel“ verbindet altmodisches Erzählen und Hightech

Rabenvater mit Robotern

Rührende Vater-Sohn-Geschichte: Max (Dakota Goyo, links) und Charlie Kenton (Hugh Jackman) nähern sich an. Foto: Disney

Früher war es die Modelleisenbahn, bei der sich Väter und Söhne in ihrer gemeinsamen Technikbegeisterung trafen. In der nicht allzu weit entfernten Zukunft von Shawn Levys „Real Steel“ werden riesige Kampfroboter, die in der Sportarena aufeinander eindreschen, zum generationsübergreifenden Faszinosum.

Der ehemalige Boxer Charlie (Hugh Jackman) hat sich immer mehr für die Maschinenmenschen interessiert als für seinen unehelichen Sohn Max (Dakota Goyo). Aber als dessen Mutter stirbt, wird der Rabenvater in die Verantwortung genommen. Die Geschäfte gehen schlecht, und als Charlies frisch importierte Kampfmaschine im Ring von ihrem Gegner auseinandergenommen wird, steht er vor dem Ruin.

Auf dem Schrottplatz findet Max einen abgewrackten Roboter, den er mit kindlicher Unermüdlichkeit wieder aufmöbelt. Der rostige Maschinenmann muss sich zuerst in einigen Underground-Kämpfen bewähren, wird jedoch bald zum Publikumsliebling, der als Außenseiter den amtierenden Hightech-Champion herausfordert.

Im Gegensatz zu Filmen wie „Transformers“, die darauf abzielen, mit ununterbrochener Action das junge Publikum bei der Stange zu halten, verlässt sich „Real Steel“ weniger auf die Effekte als auf seine rührige Vater-Sohn-Geschichte, die dank schlagfertiger Dialoge vor dem Abkippen ins Sentimentale bewahrt wird.

Aufgemischt wird das Ganze mit der Dramaturgie des klassischen Boxfilmes, der vom langsamen Aufstieg, Rückschlägen und dem finalen Triumph des sportlichen Außenseiters erzählt. In seiner Nähe zum Genre geht Levy sogar so weit, dass er den legendären Kampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman 1974 mit Robotern nachstellt. Dabei fügen sich die digital animierten Szenen im Ring organisch in die Realfilmhandlung ein und zerstören nicht durch die üblichen Schnellschnittorgien das Orientierungsgefühl des Zuschauers.

Ähnlich wie „Super 8“ verbindet „Real Steel“ altmodische Tugenden des Geschichtenerzählens mit Ansprüchen des modernen Hightech-Kinos. Dass am Ende der Roboter durch Charlies (menschliche) Boxfähigkeiten zum Sieg geführt wird, ist auch als Bekenntnis zur Re-Humanisierung des Genres zu sehen.

Genre: Actiondrama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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