Theater-AG der Reformschule präsentierte im Dock 4 „Turandot“

Rätsel lösen oder Tod

Grausame Schöne: Altum, Kaiser von China (Lena Lowitzki, von links), mit seiner Tochter Turandot (Jana Lowitzki). Foto: Socher

Kassel. Zum Schluss versammelten sich nicht nur die 23 Darsteller, sondern alle am Theaterprojekt Beteiligten. Ganz vorn, einige Jahre jünger als alle anderen, die Näh-AG (Leitung: Silke Hoffmann). Auch diese kleinen Künstler hatten Anteil am großen Erfolg der Premiere von „Turandot“, das die Theater-AG der Reformschule (Regie: Gabriela Ortega Sanchez/Peter Will) am Freitagabend im Dock 4 vor 200 Zuschauern auf die Bühne brachte.

Bei den Proben waren sie stets dabei und entwarfen die Kostüme. Im von dunklen Stimmungsfarben bestimmten Bühnenbild, das die Atmosphäre am Hof des Kaisers von China spiegeln sollte, leuchteten ihre Kreationen besonders prächtig. Die Geschichte von der schönen, aber grausamen Prinzessin Turandot hat viele Denker beschäftigt. Der Bekannteste: Puccini, der aus der Märchenerzählung über die Männerfeindin, die nur den heiraten will, der es vermag, ihre drei Rätsel zu lösen, eine Oper machte. Die Brisanz: Bewerber, denen es nicht gelingt, werden hingerichtet.

Prinz Kalaf von Astrachan (Nils Struckmann) jedoch ist nicht nur von ohnmächtigem Liebesverlangen infiziert, sondern auch ein wahrer Pfiffikus und löst die Rätsel im Nu. Doch bis zum Happy End mit der auf Tücke und Männerhass geeichten Schönen (Jana Lowitzki) ist es ein weiter Weg.

Die Produktion der Reformschüler ist durchweg zu loben. Die zwölf bis 15 Jahre alten Darsteller verinnerlichten das Thema mit Hingabe und erstaunlicher Ernsthaftigkeit, vermochten aber auch, humorvolle Akzente zu setzen. So zum Beispiel, wenn die Sprache einiger Diener bajuwarische Färbung annahm. Spannung, düstere Atmosphäre und heitere Momente sorgten für beste Theaterunterhaltung.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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