Rätsel um Milky Chance: Bald bei einem Plattenriesen?

Hatten bislang ihre eigene Plattenfirma in Kassel: Die Kasseler Musiker Philipp Dausch (links) und Clemens Rehbein von Milky Chance. Foto: Fischer

Das Duo Milky Chance hat ein Pop-Märchen geschrieben. Von Kassel aus eroberten Clemens Rehbein und Philipp Dausch die Welt. Nun gibt es Gerüchte, sie könnten bei einem Plattenriesen landen.

Milky Chance sind Kassels ganzer Pop-Stolz. Seit April 2013 mischen Clemens Rehbein und Philipp Dausch mit Hits wie „Stolen Dance“ die gesamte Musikwelt auf. Nun gibt es Gerüchte, dass das Erfolgsduo Kassel verlassen könnte und es sich mit seiner eigenen Plattenfirma verkracht habe.

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„Wir bleiben in Kassel“, sagt Rehbein zwar, aber das heißt nicht, dass alles so bleibt, wie es bislang war in diesem einzigartigen Pop-Märchen. Multiinstrumentalist Dausch hatte mit Freunden 2013 die Plattenfirma Lichtdicht Records gegründet, die das Debütalbum „Sadnecessary“ veröffentlichte. Neidisch schauten die großen Labels aus dem großen Berlin ins kleine Kassel, wo Milky Chance und ihre Mitarbeiter am Ständeplatz ausverkaufte Tourneen durch die USA und Südafrika planten. Seit Rammstein hatte kein deutscher Act mehr solch einen internationalen Erfolg.

Derzeit bereiten Rehbein und Dausch (beide 23) ihr zweites Album vor, das im kommenden Jahr erscheinen soll. Ob das noch bei Lichtdicht der Fall sein wird, ist tatsächlich fraglich. Tobias Herder, bislang einer von drei Geschäftsführern in Kassel, hält sich bedeckt und verrät lediglich: „Lichtdicht Music wird zukünftig in Berlin agieren.“

Mit seinen acht Kollegen ist er nicht nur für Milky Chance zuständig. Seit diesem Jahr hat Lichtdicht weitere viel versprechende Acts unter Vertrag. Der austro-amerikanische Sänger James Hersey wurde ebenfalls in den USA gefeiert, das deutsch-englische Indiepop-Trio Kafka Tamura erhielt für sein Debüt gute Kritiken, und die Kytes aus München veröffentlichten gerade ihr erstes Mini-Album bei der Plattenfirma aus Kassel.

Das Quartett aus der bayerischen Landeshauptstadt fühlt sich bei Lichtdicht gut aufgehoben. „Hier geht es nicht nur um Zahlen“, sagt Schlagzeuger Timothy Lush. Aber natürlich geht es auch im Musikgeschäft um Zahlen. Falls Lichtdicht also bald nach Berlin ziehen, könnten Milky Chance bei einem Riesen wie Sony unterschreiben. Unabhängig wären sie dann zwar nicht mehr, aber die Musiker könnten in Kassel bleiben, wo sie sich zu Hause fühlen und wo Rehbein gerade Vater geworden ist.

Von Matthias Lohr und Janosch Lenhart

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