Neu im Kino: Ridley Scott inszeniert „Robin Hood“ mit viel Action und ironiefrei

Der Räuber ist ein Macho

Ein ganzer Kerl: Robin Hood (Russell Crowe) kämpft in Frankreich für seine Heimat England. Foto: uip

Die Legende beginnt“ – mit diesen drei salbungsvollen Worten und dem Rückzug des Helden samt seiner Mannen in den sagenumwobenen Sherwood Forest hört Ridley Scotts „Robin Hood“ auf. Genau dort, wo die meisten Verfilmungen über das Wirken des englischen Volkshelden erst angefangen haben.

Über 30 Mal wurde die Geschichte des Robin Hood, der den Reichen nahm, was den Armen zustand, schon verfilmt, und nun meldet er sich pünktlich zur weltweiten Wirtschaftskrise kraftvoller denn je zurück.

Russell Crowe spielt den Flitzebogenmann, und diese Besetzung allein kann schon als Bekenntnis gelten. Der Australier ist in Hollywood einer der letzten echten Machos. Und so ist Crowes Robin Hood kein eleganter Herzensbrecher mit Sexappeal à la Errol Flynn, sondern ein ganzer Kerl, der tut, was getan werden muss.

Der Film setzt ein, als der Steinmetzsohn Robin Longstride mit dem toten König Richard Löwenherz (Danny Huston) von den Kreuzzügen heimkehrt. In gestohlener Edelmannskluft bringt Robin die englische Krone nach London zurück. Königin Mutter (Eileen Atkins) trauert, und der neurotische Bruder des Königs, John (Oscar Isaac), freut sich über die Beförderung zum Staatsoberhaupt. Robin Hood reitet nach Nottingham, um das Schwert eines verstorbenen Ritters zurückzubringen, wird von dessen Vater Lord Loxley (Max von Sydow) als Ersatzsohn eingestellt und darf die Schwiegertochter Marion (Cate Blanchett) mit übernehmen. Derweil erhöht der neue König die Steuern, droht der Landadel mit einer Revolte und die Franzosen mit einer Invasion.

Schwere Zeiten und gute Auftrittsbedingungen für einen ehrlichen Heroen. Scott inszeniert Robin Hood als satte, kraftvolle und vollkommen ironiefreie Heldensaga. Ein wenig zu vaterländisch kommt die Figur vielleicht daher und büßt dadurch weite Teile ihres anarchistischen Charmes ein.

Eher traditionell sind auch die filmischen Mittel. Digitale Effekte werden kaum eingesetzt. Es überwiegt handfeste Action. Langweilig wird es in den 140 Minuten nie, aber dass Scott uns die Lagerfeuerromantik und das Waldleben im Sherwood Forest fast gänzlich vorenthält, bleibt unverzeihlich.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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