Malinin-Fedkina-Klavierklasse brillierte beim Kammerkonzert

Mit Raffinessen gespickt

Die Lehrerin zwischen ihren Schülern: Arina Abel (von links), Maria Krämer, Lennard Mekiffer, Tatjana Malinin-Fedkina, Katrin Enkemeier, Verena Enkemeier und Malte Mekiffer. Foto: Malmus

Kassel. War es der Name Malinin-Fedkina, der zog, oder waren es die Fans ihrer Schüler, die am Sonntag den Gemeindesaal der Erlöserkirche Harleshausen füllten? Wie auch immer, die Zuhörer erlebten in der Reihe der Kammerkonzerte einen spannenden Klaviernachmittag.

Stilistisch überwog dabei das 19. Jahrhundert mit Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Frédéric Chopin und Johannes Brahms. Als Ergebnis kamen Interpretationen heraus wie der kraftvolle „Ritter vom Steckenpferd“ oder das gefühlvolle „Der Dichter spricht“ aus den Kinderszenen von Schumann, gespielt von Verena Enkemeier.

Großen Beifall erhielt auch Leonard Mekiffer für die mit technischen Raffinessen gespickte Toccata von Aram Chatschaturjan (1903-1978). Elegie und Prelude aus op. 3 von Sergei Rachmaninow hatte sich Katrin Enkemeier vorgenommen, die diese Aufgabe mit viel Engagement und musikalischem Gefühl bewältigte.

Selten zu hören

Karin Abel spielte bravourös die selten zu hörenden Variations serieuses op. 54 von Mendelssohn Bartholdy. Beeindruckend, wie sie mit Leichtigkeit die technischen Schwierigkeiten in ausdrucksvollem Spiel darbot. Zwei Werke von Chopin hatte sich Malte Mekiffer ausgesucht, die Etüde op. 25. Nr. 11 und die Polonaise op. 40 Nr. 4, überlegen gespielt und interpretiert.

Maria Krämer schließlich spielte den 1. Satz aus Chopins Klavierkonzert Nr. 1 op. 11, begleitet am E-Piano von Tatjana Malinin-Fedkina. Dem hervorragenden Spiel von Maria Krämer hätte man eine bessere Begleitung gewünscht, denn das E-Piano fiel klanglich stark ab.

Mit ihrer eigenen Fantasie über ein Thema aus „Don Carlos“ von Giuseppe Verdi konnte die 54-Jährige, das einstige russische „Wunderkind“, jedoch ihre eigene pianistischen Fähigkeiten eindrucksvoll und ausführlich demonstrieren und dabei ihre geografische Herkunft unterstreichen. Großer Beifall und Blumen für die Meisterin.

Von Gerhard Rassner

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