Galerie Petschelt im GWG-Gebäude mit Jean-Philippe Brunaud

Der Rahmen für Kunst

Skulptur aus Palmenblättern und Malerei: Künstler Jean-Philippe Brunaud (links) mit Galeristin Ulrike Petschelt. Foto:  Auel

Kassel. Die an weißen Wänden hängenden Gemälde sind perfekt ausgeleuchtet, der Raum ist von einer Fensterfront umgeben, die von Passanten eingesehen werden kann, und bei der Vernissage ist die Galerie von Publikum bevölkert. Das Besondere: Die Szene fand in Kassel statt. Das Außergewöhnliche: Es ist Winter in Nordhessen und kein documenta-Sommer.

Ulrike Petschelt zeigt in ihrer Galerie, die vorläufig im Erdgeschoss des Hauses der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel untergekommen ist, die Ausstellung „Das Ende der Welt“. Jean-Philippe Brunaud präsentiert darin Gemälde und Skulpturen. Das fluffige Material der Skulptur „Dépression“ - es handelt sich um Stroh von Palmenblättern - macht einen verspielten Eindruck, auch wenn der Titel sie als gar nicht so leicht entlarvt. Wer sich darauf einlässt, erkennt einen Bewegungsablauf, eine Beschleunigung, die von der Wand abgebremst wird. Zur Skulptur gehört ein Klang, den Brunaud durch Bearbeitung am Computer aus dem Geräusch eines Kriegsflugzeugs hergestellt hat.

Die Bilder der Serie der „Mutations“ wirken wie zur Unkenntlichkeit verfremdete Personenporträts. Es ist nicht klar, ob der Kopf von vorn oder von hinten zu sehen ist, außerdem lauert hinter der Faszination des Farbenspiels eine Horrorvision. Eine andere Serie umkreist das Thema der Irrfahrt. Deren Bilder bestehen aus mehreren sich überlagernden Malschichten. Reine Farbflächen stehen abstrakten und konkreten Bildteilen gegenüber. Es bleibt in der Schwebe, ob Natur oder Abstraktion die Vormachtstellung erhalten werden.

Es fehlt Kassel an Räumen und Initiativen für die hochwertige Präsentation von zeitgenössischer Kunst. Daher ist es wichtig, dass Ulrike Petschelt auch künftig Räumlichkeiten für ihre Galerie findet und diese weiterhin auf diesem Niveau bespielt.

Bis 16. Januar in der Neuen Fahrt 2, GWG-Gebäude. Mo - Do 12-19 Uhr, Fr 12-20 Uhr, Sa 12-18 Uhr.

Von Anne-Kathrin Auel

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