Rainer von Vielen und Band mischten den Schlachthof auf

Zwischen Allgäuer Jodler und Hauptstadt-Rap: Rainer von Vielen im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

Kassel. „Jo krass! Alter, fett! Wie geil ist das denn?“ - singen Rainer von Vielen und Band aus vollem Hals, und es klingt wie eine perfekte Beschreibung ihres Konzerts am Samstag im Schlachthof.

Bereits zum dritten Mal besuchte der Allgäuer Rainer von Vielen alias Rainer Hartmann die Location in der Mombachstraße. Aber an diesem Abend hatte er mit Mitsch Oko (Gitarre), Dan le Tard (Bass) und Niko Lai (Schlagzeug) noch drei Musiker dabei, die es verstanden, das Kasseler Publikum - im wahrsten Sinne des Wortes - zu bewegen.

Rainer von Vielen begann 1998 als Soloprojekt. Heute tritt er hauptsächlich mit seiner Live-Band Kauz auf, mit der er 2012 auch das Album „Live den Lebenden“ veröffentlichte. Bis auf die Tatsache, dass die Musik absolut tanzbar und energiegeladen ist, die Texte gewitzt, tiefsinnig, aber auch gesellschaftskritisch sind, lässt sich der Stil, den Rainer von Vielen mit Kauz auf die Bühne bringt, nur schwer einordnen. Tibetanische Obertongesänge und Sprechgesang, heimische Akkordeonklänge, elektronische Beats und Gitarrenriffs - all das trifft bei dieser Combo zusammen. Wohl deshalb etikettieren sie sich selbst als Elektro-Punk-Hopper.

Die verschiedenen musikalischen Einflüsse, die gemischt und neu zusammengesetzt werden, so wie ein DJ seine Platten mixt, begeisterten auch die zahlreichen Konzertbesucher. Sie tanzten, sangen mit und ließen sich von der guten Laune der Band anstecken. Vor allem die Neuinterpretation des Liedes „Mein Block“ des Rappers Sido sorgte für Begeisterungsstürme. Hier trafen Allgäuer Heimatmelodien und Jodelgesang auf harten Rap aus der Hauptstadt. Aber auch eigene Hits wie „Empört euch“ oder „Leben den Lebenden“ begrüßte das ausgelassene Publikum mit einem lautstarken „Yeah“.

Von Marian Schollmeyer

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