Rammstein in der Lounge: Die Hellsongs im Schlachthof

Kassel. An Gitarrist Kalle Karlsson ist ein Entertainer verloren gegangen. Ein großer Teil des eineinhalbstündigen Hellsongs-Konzerts im Schlachthof nehmen die Ansagen zwischen den Songs der schwedischen Band ein.

Ihr Konzept ist, Hardrock- und Heavy-Metal-Klassiker auf neue Art und Weise zu interpretieren, die mit ihrem Ursprung nicht mehr allzu viel zu tun haben. Songs von Black Sabbath oder Iron Maiden werden in einer Art Lounge-Version präsentiert. Kennt man sich im Genre nicht gut aus, fühlt es sich eher an wie ein schönes Indie-Rock-Pop-Konzert der besonderen Art.

So erklärt Karlsson im grotesken, aber sympathischen Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch die Beweggründe, einen Song neu zu interpretieren. Dabei kommen schöne Wortschöpfungen wie „Kindersitzing“ (statt Babysitting) raus. Auch vor Rammstein machen sie nicht halt, bei der die schwedische Aussprache sehr amüsant anmutet.

Die Stimmung wird immer besser. Ist das Publikum zunächst recht verhalten, reagiert es bald auf Mitklatsch- oder Mitsing-Animationen der Sängerin My Engström Renman, die mit einer Stimmvielfalt von Rockröhre bis zu sanftem Hauchen zu überzeugen weiß. Das macht der Band sichtlich Spaß und dem Publikum ebenfalls. Ergänzt wird die Band durch den E-Pianisten Johan Bringhed, ab und an werden Musiker der Support-Band Neo Rodeo auf die Bühne gebeten.

Nicht wenige der 100 Zuschauer verlassen den Saal nach zwei Zugaben mit einem Lächeln. Das war ein wirklich beeindruckendes Konzert, das allerdings weit mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Bei einem Eintritt von 23 Euro muss es aber nicht verwundern, dass nur wenige Menschen den Weg in den Schlachthof gefunden haben. Diese Preise werden allerdings von Managements oder Agenturen festgelegt, die auf regionale Aspekte wenig Rücksicht nehmen. Der Veranstalter, also der Schlachthof, hat auf diese Preispolitik keinerlei Einfluss.

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