Randi Tytingvags meditative Klangzaubereien

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Begeisterte ihr Kasseler Stammpublikum: Die norwegische Sängerin Randi Tytingvag.

Kassel. Offensichtlich hat sich die norwegische Singer-Songwriterin Randi Tytingvag inzwischen ein Stammpublikum in Kassel erspielt, denn bei ihrem dritten Auftritt im Theaterstübchen war nach Konzertbeginn kein Sitzplatz mehr zu ergattern.

Hatte sie in der Vergangenheit auch ihre jazzige Seite gezeigt, so bekam das Publikum am Donnerstagabend eine kontrastreiche Mixtur aus sphärischen, introvertiert-meditativen Klangzaubereien und alternative-mäßig heftig drauflosrockenden Gitarrensongs zu hören. Der zeitlupenähnliche Opener mit Arpeggios sowie der über allem schwebenden Stimme konnte durchaus Assoziationen an weite Fjordlandschaften hervorrufen.

Die tragende Rolle bei der Erzeugung der impressionistischen Klanggemälde kam dem E-Gitarristen Ivar Grydeland zu, der von reduziertem Einzeltonspiel bis zu verzerrten Akkord-Stakkatos eine variable Soundpalette offerierte - von den Zuhörern mehrfach mit Zwischenapplaus quittiert.

Bassist Jo Berger Myhre mit häufig durchlaufendem Achtel-Spiel und der einfühlsame Schlagzeuger und Dobro-Spieler Pal Hausken steuerten die passende Unterstützung bei. Mit ihrer bescheiden-unaufgeregten Erscheinung hatte Tytingvag im Handumdrehen alle Sympathien auf ihrer Seite. In und zwischen den Songs berichtete sie von ihren Jugendträumen, dem Kampf gegen den Tod oder unliebsamen Nachbarn. Ein Lied widmete sie ihrer Schwiegermutter, ein anderes einer Kellnerin. Bei einem norwegischen Volkslied im Dreivierteltakt ließ sie sich nur auf der Slide-Gitarre begleiten - man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

Mit einem Schlaflied und einer weiteren Zugabe wurde das restlos begeisterte Publikum verabschiedet.

Von Wolfgang Wollek

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