Rap-Aufsteiger Alligatoah als Liebesbote im Kasseler Musiktheater

Wortgewaltig: Rapper Alligatoah überzeugte im Musiktheater mit Humor und guter Laune. Foto: Malmus

Kassel. Wenn der größte Applaus auf einem Konzert nicht an den Künstler gerichtet ist, kann etwas nicht stimmen. Bei seinem Auftritt im Musiktheater bewies Rapper Alligatoah am Mittwoch, dass er nicht nur als Musiker, sondern auch als Liebesbote taugt.

Er holte spontan einen Fan auf die Bühne, der seiner Freundin einen Heiratsantrag machte. Arm in Arm schlenderte das künftige Ehepaar zurück Richtung Publikum, ehe die große Sause noch heiterer als zuvor weiterging.

Alligatoah gehört zu einer neuen Generation von deutschen Rappern, die auch ohne große Plattenfirma im Rücken erfolgreich sind. Sein Album „Triebwerke“ stieg im August an die Spitze der Charts. Die etwas andere Liebeserklärung „Willst du mit mir Drogen nehmen?“ brachte dem 24 Jahre alten HipHopper Millionenklicks auf Youtube.

Im ausverkauften Musiktheater machte Alligatoah gleich zu Beginn klar, was seinen Erfolg ausmacht: Seine Art, dem Publikum Geschichten zu erzählen, gepaart mit jeder Menge Sarkasmus und Ironie. So fungierte sein Kumpel und Rapper-Kollege Battleboy-Basti als Butler. Im Dschungel-Outfit à la Indiana Jones rappte Alligatoah von Abenteuern, die er auf seinen Reisen quer über den Globus erlebt haben will.

Alligatoah, der bürgerlich Lukas Strobl heißt und aus einem kleinen Dorf in Niedersachsen kommt, nennt seinen Stil selbst „Schauspielrap“. Statt wie die meisten seiner Kollegen rappt Alligatoah nicht über sich selbst, sondern schlüpft in seinen Texten in fiktive Rollen. Das klingt dann mal ernst wie im Song „Amnesie“, in dem Alligatoah Menschen kritisiert, die versuchen, ihre Fehler mit großen Geschenken zu kompensieren, und mal überspitzt wie in „Willst du mit mir Drogen nehmen?“.

Die Besucher ließen sich auf die Reise ein, das überwiegend junge Publikum kannte jede Zeile, rappte Wort für Wort mit. Besonders die Battlerap-Einlagen, in denen sich Alligatoah in Wortgefechten mit seinem Butler Basti maß, brachten das Fass der HipHop-Fans zum Überkochen.

Das Album „Triebwerke“ ist bei Trailerpark erschienen.

Von Daniel Göbel

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