300 Besucher in der Weinkirche

Rap-Battles in Kassel: „Das ist wie dein Fuß gegen Lego“

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Backstage: Gegner im Battle, privat respektvolle Kollegen aus ganz Deutschland (von links) Joe Pharo, Wolff, Krom und Schalle vor dem Auftritt in der Kasseler Weinkirche. 

Kassel. Rapper konkurrierten um die besten Punchlines - ganz ohne Musik.

Von Joséphine Hein

Umkreist von Fans in Baseballcaps, Beanie-Mützen und Sneakern mit weißen Sohlen, bieten sich aufgeheizte Rapper Wortgefechte. Wo sonst aus den Tiefen der Weinkirche des A.R.M. Electro-Beats ertönen, fanden am Wochenende Rap-Battles statt.

Organisiert von dem Berliner Team „Don’t Tet The Label Label You“ (DLTLLY) zog auch die Veranstaltung in Kassel rund 300 Rap-Fans aus ganz Deutschland an. Die 12 MCs (Master of Ceremony) traten in sechs Battles mit jeweils drei Runden gegeneinander an.

Zur Begrüßung gab es ein „Yo Kassel“. Es folgten Wortkaskaden, um den Gegner fertig zu machen. „Digga, du gegen mich, das ist wie dein Fuß gegen Lego“ rappte Wolff gegen Krom. „Wenn man dich sucht in ein paar Jahr, hat selbst Google kein Plan“, hieß es bei Joe Pharo gegen Schaller.

Natürlich durften Beleidigungen und „Deine Mutter“-Sprüche à la „Deine Mutter ist der Grund, dass mein Schambein bricht“ nicht fehlen, aber insgesamt ging es gesittet zu und erinnerte stark an Poetry-Slams. Denn auch hier war es während der Battles mucksmäuschenstill, um die Rapper zu verstehen und nur nach besonders guten Reimen und Punchlines (Pointen) johlte und applaudierte die Menge und feierte die Wortgewandtheit der MCs.

Es handelte sich um „a capella written battles“, das heißt, die Rapper traten ohne Hintergrundmusik auf und reimten nicht spontan, sondern hatten rund zwei Monate Zeit, um sich auf die Battles vorzubereiten und ihre Texte zu schreiben. Jeder Battle wurde anschließend von einer fünfköpfigen Jury bewertet. Es blieb professionell und respektvoll, wenn die Juroren kritisierten, dass der Rap „zu humoristisch aufgebaut“ wurde und der eine oder andere „nicht so der super Diskussionspunkt“ war. Lob gab es dagegen für „eine hohe Punchline-Dichte“, „starken Gegner-Bezug“ und wenn man „insgesamt versierter“ rappte.

Die Battles wurden von DLTLLY aufgenommen und werden auf ihrem Youtube-Kanal gezeigt.

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