Der Befehl lautete: Tanzen

Rapper Jan Delay verwandelte Kasseler Stadthalle in Großraumdisko

Cooler Typ: Jan Delay in der Kasseler Stadthalle. Foto: Zgoll

Kassel. An seinem neuen Album „Hammer und Michel“ scheiden sich die Geister. Die Kombination Jan Delay und Rock will nicht so richtig überzeugen. Dass die neuen Songs mit ihrer Rockattitüde live aber besser funktionieren, bewies der Rapper und selbsternannte Chefstyler am Samstag in der nahezu ausverkauften Stadthalle in Kassel einmal mehr.

Spätestens beim Dritten Song des Abends, „Türlich, Türlich“, konnten sich selbst die Besucher auf der bestuhlten Empore nicht mehr auf ihren Plätzen halten, und taten, was der Hamburger Künstler ihnen mit seiner gewohnten Coolness befahl: tanzen, tanzen, tanzen.

Alles andere wäre auch undenkbar gewesen. „Es wird euphorisch, glorreich, schweißtreibend“, verkündet das musikalische Chamäleon schon beim Betreten der Bühne, umgeben von den fahnenschwenkenden Sängerinnen und Musikern seiner Band Disko No. 1. Im Gepäck hat er an diesem Abend nicht nur seine neuen Rocksongs wie „Sie kann nicht tanzen“, „Fick“ und „Wacken“, sondern auch altbekannte Publikumslieblinge wie „Klar“, „Feuer“ und „Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt“. Das Publikum, dessen Altersdurchschnitt jenseits der 30 zu liegen scheint, feiert jeden Song bedingungslos mit.

Die Stadthalle gleicht einer Großraumdisko voller glücklicher Menschen, die schreien, singen, tanzen, springen – manchmal auch alles gleichzeitig. Visuell sind die Songs durch LED-Tafeln gut in Szene gesetzt. Gefeiert wird auch auf der Bühne. Zum Beweis hält Delay seine schweißdurchtränkte Krawatte in Leopardenoptik hoch. Entspannung kehrt erst ein, als der 38-Jährige mit dem Song „Hertz IV“ etwas ruhigere Töne anschlägt, von denen es an diesem Abend nicht allzu viele gibt.

Den Einstand hatte die zehnköpfige Vorgruppe Moop Mama aus München geliefert. Mit grooviger Blasmusik und krachenden Beats spielte die in Rot und Weiß gekleidete Kapelle um Rapper und Sänger Keno Langbein das Publikum warm.

Nach mehr als zwei Stunden Party pur musste allerdings auch die schönste Sause ein Ende haben. Als Zugabe gab es dann nochmal den Song „Disko“ auf die Ohren, inklusive einer Runde Stopptanzen. Auch für eine zweite Zugabe konnte das Publikum Jan Delay gewinnen. Nach „St. Pauli“ war die Party dann endgültig vorbei und das Publikum offensichtlich wunschlos glücklich. Irgendwann gehen eben überall die Lichter aus.

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