„Peter Pan“ feiert am DT in Göttingen Premiere

Rasante Reise

Amüsante Absurdität: Karl Miller als Käpt’n Hook. Foto:  Winarsch

Göttingen. Eine fluchende Fee, ein ängstlicher Käpt’n und ein zweigeteilter Pirat - das sind die Höhepunkte des Familienstücks „Peter Pan und die Insel der verlorenen Jungs“, das am Samstag frei nach James Matthew Barrie im Deutschen Theater in Göttingen Premiere feierte. Das Ensemble des Jungen Schauspiels nahm die Zuschauer mit auf eine rasante Reise in die abenteuerliche Welt von Nimmerland (Regie: Joachim von Burchard). Auf der Insel der ewigen Kindheit müssen sich Peter Pan, Wendy, die Fee Tinkerbell und der gutmütige Toodles gegen Käpt’n Hook behaupten.

In der Erstaufführung der Bearbeitung von Ulrich Zaum steht nicht der Kampf gegen das Erwachsenwerden im Vordergrund, sondern die exzentrischen Bewohner von Nimmerland. Gerade die Nebenrollen werden zu Publikumslieblingen. Imme Beccard spielt die Fee Tinkerbell erfrischend rotzig und „unfeenhaft“: Sie nimmt kein Blatt vor den Mund („Blöde Wendy! Die dumme Nuss!“) und ist durch ihre Sucht nach Süßigkeiten immer für Lacher gut.

Eine Clownsrolle hat auch Smee, Käpt’n Hooks treuer Begleiter. Die Göttinger Theatermacher teilten seine Rolle auf (Anja Schreiber, Paula Hans), was Tempo und Witz der Handlung steigert und trotzdem glaubwürdig bleibt. Gegen einen etwas blassen Peter Pan (Michael Meichßner) strotzt der böse Käpt’n Hook (Karl Miller) vor Präsenz und amüsanter Absurdität. Sein meckerndes Lachen sorgte gerade bei den jungen Zuschauern für große Heiterkeit.

Auch wenn die Handlung zuweilen springt, ist „Peter Pan“ durch Spielfreude, liebevoll gestaltete, aufwendige Ausstattung (Jeannine Simon) und spritzige Dialoge sehr unterhaltsam. Ernste Themen wie Familie und Freundschaft werden geschickt verpackt, was Drehbuchautor Zaum wichtig war: „Es soll ein sinnliches Theatererlebnis für Eltern und Kinder sein, nicht glatt, aber verführend“, sagte er nach der Premiere im Gespräch. Das ist gelungen.

Wieder am 28.11., 4., 11.12., Karten: 0551-496911.

Von Friederike Szamborzki

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