Die Boxhamsters im Schlachthof - trotz Protesten

Trotz Protesten: Die Boxhamsters im Schlachthof

Martin Coburger, Sänger der Boxhamsters. Foto: Fröhlich

Kassel. Dass die Boxhamsters schon eine Weile im Geschäft sind, machten sie gleich mit ihrem ersten Song deutlich. Als Einstieg in das Konzert am Freitag im ausverkauften Schlachthof (Vorgruppe: The Float aus Kassel) wählte die Gießener Punkrock-Band den Klassiker „Prost Neujahr Jr.“ vom Debütalbum „Wir „Kinder aus Bullerbü“.

Zu diesem Abgesang auf Silvester-Gefühlsduselei wurde schon vor 25 Jahren getanzt.

Wobei Sehnsucht und Romantik bei den Boxhamsters schon immer eine ebenso wichtige Rolle spielten wie die Wut, die Abrechnung mit „den Verhältnissen“. Lieder wie „III“ aus den 90ern oder „Mogli“ vom neuen Album „Brut Imperial“ sind in all ihrer geschrammelten Rauheit doch rührende Liebeslieder. Beide gehörten zu den Höhepunkten des Konzerts. Vielleicht ein wenig zu routiniert wirkte der Auftritt. Den hier und da zu hörenden Vorwurf, sie seien „lahm geworden“, hätten „ihren Drive verloren“, könnte man allerdings genauso gut an das Publikum richten. Das wippte eher im Takt, als dass es die Tanzfläche mit wildem Pogo-Tanz aufgemischt hätte.

Kein Thema im Konzertraum, wohl aber davor, war die Diskussion, die sich im Vorfeld um Martin Coburger entsponnen hatte. Dem Sänger wird vorgeworfen, im Jahr 2005 eine Frau vergewaltigt zu haben. Am Konzertabend versammelten sich vor dem Kulturzentrum 30 Demonstranten, die Flugzettel verteilten, auf denen sie „eine weitere Auseinandersetzung zu dieser Thematik und eine breite Solidarität mit allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt“ forderten. Ein Statement, das wohl jeder im Schlachthof unterschreiben würde.

Von Fabian Fröhlich

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