Raumfüllendes Debüt: Stephanie Neigel im Theaterstübchen

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Jung und schon stilsicher: Gitarrist Nils Becker begleitet Stephanie Neigel.

Raumfüllend und vollmundig wie ein sizilianischer Wein hört es sich an, wenn Sängerin Stephanie Neigel „Anything But Love“ anstimmt. Die Nichte der mittlerweile in der Versenkung verschwundenen Musikerin Jule Neigel präsentierte am Donnerstagabend im Theaterstübchen ihr Debütalbum „Introducing Stephanie Neigel“.

Vor vier Monaten spielte sie dort als Support von Tanita Tikaram, deren bekanntester Hit „Twist in My Sobriety“ noch heute vielen als 80er-Jahre Ohrwurm bekannt sein dürfte, vor ausverkauftem Haus. An diesem Abend fanden sich nur knapp 20 Zuhörer ein. Vielleicht um Erdung zu finden und die Musik genau so zu transportieren wie vor 300 Leuten, zog die zierliche Neigel ihre Schuhe aus. Bei ihr sind die Grenzen zwischen Jazz und Popmusik fließend. Charmant verbindet die studierte Jazzsängerin die Genres. Für eine Prise Funk im Song „Corner Cafe“ sorgte Bassist Alex Merzkirch, Neigels Stimme erinnert darin an Erikah Badu. Das Konzert mutet manchmal wie eine Lesung an, wenn die gebürtige Mannheimerin zwischen den Titeln mit dem Publikum spricht, während Pianist Volker Engelberth mit leisen Tönen das Erzählte untermalt. „Ich nehme euch jetzt mit auf einen Alpengipfel“, sagt sie und erzählt mit „Part Of The Universe“ ihre Geschichte von Dankbarkeit, die man sich vergegenwärtigt.

Bereits als kleines Mädchen sucht sie nach den Melodien und Akkorden, die sie aus dem Radio kennt, so entstehen im zarten Alter von 14 Jahren ihre ersten Songs. Inzwischen hat sie mit Künstlern wie James Morrison zusammengearbeitet.

Heute klingt sie selbst wie ein großer Star, getragen von einer starken Band (Michael Fischer am Schlagzeug und Nils Becker, Gitarre) mit der sie mal federleicht, mal wie ein Derwisch über die Bühne tanzt. Der Versuch, sie irgendwo zwischen Norah Jones und Katie Melua einzuordnen, scheitert. Sie überzeugt und berührt mit ihrer Klarheit und Lebenslust. Spätestens bei „Leave It Behind“ will man mit ihr das Hier und Jetzt verlassen.

Von Diana Surina

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