Felix Kubin ließ es im Fridericianum krachen

Raus aus meinem Ohr, Pfeifton!

Zackig: Felix Kubin. Foto: Malmus

KASSEL. Bis zum 14. Februar ist in der Kunsthalle Fridericianum noch die Ausstellung „Nuevos Ricos“ des mexikanischen Künstlers Carlos Amorales zu sehen. Sie dokumentiert das gleichnamige Kunstprojekt und Plattenlabel, das - so die Beschreibung - „störende, ausgefallene Ideen in den Showbiz-Mainstream injizierte“. Die Kasseler Ausstellung markiert den Abschluss des Projekts, das auf nichts weniger als auf eine „Destabilisierung des Establishments“ zielte. Das Label wollte durch subversive Strategien das „kulturelle Vakuum“ ausfüllen, das die „dominante neoliberale Ideologie erzeugt hat“.

In einem Saal der Kunsthalle, wo im Maßstab 1:1 ein Boden-Diagramm zur Veranstaltung eines Popkonzerts geschaffen worden war, destabilisierte nun der Hamburger Nuevos-Ricos-Künstler Felix Kubin die Trommelfelle der knapp 500 Gäste. Unter den Namen SciFi-Pop, Dadatronic und Noise läuft Kubins Arbeit, und der Meister sorgte für eine Party mit hippem Anstrich. Da tobten die Beats, da schrillten die Sounds. Es gab Videos, die Ironie eines mäßig gesungenen Chansons und zackig vorgetragene Texte wie „Geh raus aus meinem Traum, Donald Duck!“. Das alles war durchaus clever gemacht - und animierte viele zum Tanzen. Es darf aber bezweifelt werden, ob ein Tinnitus verheißender Lärm, der nicht zuletzt die Hörgeräte-Industrie ankurbelt, irgendein kulturelles Vakuum ausfüllt.

Von Georg Pepl

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