Raus aus dem Swing-Korsett: Roger Cicero im Kulturzelt Wolfhagen

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Lässig und leicht: Roger Cicero in Wolfhagen.

Wolfhagen. Fast ist es so, als säße man in Roger Ciceros Wohnzimmer auf dem Sofa. Der Gastgeber plaudert charmant über musikalische Vorlieben und öffnet einen Blick auf seine umfangreiche Musiksammlung.

Tatsächlich sind es die ganz persönlichen Lieblingsstücke des Hamburgers, die gut 300 Besucher am Donnerstag im Wolfhager Kulturzelt serviert bekommen.

Lieder, die so gar nichts mit dem Cicero zu tun haben, der seit Jahren swingend über deutsche Bühnen zieht und mit lockerem Big-Band-Sound auf den oberen Rängen der Charts rangiert. Vom zu eng gewordenen Swing-Korsett befreit, zeigt sich hier ein gelöster Cicero, der sichtbar genießt, was er mit seinen drei Musikern tut.

Und das ist gewagt, vielleicht bezeichnet er es deshalb auch selbst als Experiment, wenn er mit Hervé Jeanne am Schlagzeug, Matthias Meusel am Kontrabass und Maik Schott am Flügel etwa Bob Marleys „Is this Love“ den lässigen Reggae entzieht und durch einen nicht minder coolen Jazzsound ersetzt.

Cicero hat sich mit seiner „Jazz Experience“ einen musikalischen Spielplatz gebaut, auf dem er sich mit lässiger Leichtigkeit austobt. „A Long and Winding Road“ der Beatles ist da kaum wiederzuerkennen, ähnlich ergeht es Klassikern von Stevie Wonder oder Eddie Jefferson.

Und doch sind es die ruhigeren Singer-Songwriter-Titel, die den Abend zu etwas ganz Besonderem machen und nach denen man sich sehnt, wenn man zu Hause auf dem eigenen Sofa angekommen ist.

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