Doris Jensen stellt in der Sozialversicherung für Gartenbau aus

Im Rausch der Farben

Ungetrübte Farbigkeit: Doris Jensen vor ihrem Tuschebild „Vielleicht“. Foto: Fröhlich

Kassel. Ob fantastische Fabeltiere, verschnörkelte Architektur, wild wuchernde Blumenwiesen oder weibliche Brüste, die wie Berge ins Bild ragen: Die Motive der Kasseler Künstlerin Doris Jensen sind vielfältig, aber in ihrer farbenfrohen Gesamtwirkung unverwechselbar. Die Ausstellung „Ohne Worte“ im Haus der Sozialversicherung für den Gartenbau versammelt 70 ihrer Arbeiten.

Über sechs Geschosse können sich die Bilder in der vom Tageslicht durchfluteten Rotunde optimal entfalten. „Das ist ein toller Ort“, schwärmt die Künstlerin, „hier kann man großzügig hängen“.

Die meisten ihrer Werke malt sie mit farbiger und schwarzer Tusche auf Leinwand oder Papier, ohne Vorzeichnung und, wie sie selbst sagt, ohne allzu bewusste Planung. Die Motive werden erst als schwarz-weiße Zeichnung angelegt und dann farbig ausgefüllt. Darf man das Ergebnis dekorativ nennen? Man darf.

„Ich male schön“, sagt Doris Jensen und ist allem Anschein nach auch nicht beleidigt, wenn der Betrachter an psychedelisch bunte Blumentapeten der 70er-Jahre denken muss. „Utopia“ heißt eines der Bilder, und wie eine persönliche Utopie wirkt im Grunde jedes einzelne Bild.

Mit Lust schwelgt die Künstlerin in klaren, leuchtenden Farben und bedient sich einer Bildsprache, die halb surreal verrätselt, halb kindlich naiv erscheint. Diese Naivität hat etwas Entwaffnendes. Ein wenig fühlt man sich in der Ausstellung, als sei man auf einem Kindergeburtstag - und da beschwert man sich ja auch nicht, wenn es ungetrübt fröhlich zugeht.

Haus der Sozialversicherung für den Gartenbau, Frankfurter Str. 126, bis 29. Februar, Mo - Fr, 9 - 15.30 Uhr.

Von Fabian Fröhlich

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