Südafrikanisch-amerikanisches Kunstprojekt entstand durch Internet-Kontakt

Reale Begegnung im Amtsgericht

Mischen ihre Kunst: (von links) Deborah Adams Doering, Cebo Mvubu und Veronica Betani. Foto:  Schmidt

Kassel. Für die Zeit der documenta hat eine Künstlergruppe aus Südafrika und den USA ihr Atelier im Foyer des Landgerichts eingerichtet. An einem langen Schreibtisch werden Skizzen gefertigt, Leinen bestickt und Schablonen ausgeschnitten. Fertige Werke liegen hinter den Künstlern in Kisten oder hängen an Wänden und Fenstern um sie herum. „Just us at work“ ist der Titel der Kunstaktion.

Das Gemeinschaftsprojekt von Deborah Adams Doering aus Chicago und den Künstlern des Keiskamma Art Project (KAP) aus Südafrika kam durch einen Zufall zustande. 2006 besuchte Deborah Adams Doering eine Chicagoer Kirche, in der ein Altarbild der KAP-Künstler ausgestellt war. Die Art wie sich natürliche und geometrische Formen auf diesem Bild mischten, empfand die Künstlerin als sehr nah an ihrer eigenen Kunst. Übers Internet trat sie mit den KAP-Künstlern in Kontakt. „Just us as work“ ist das zweite gemeinsame Projekt, das die Amerikanerin und die Künstler aus dem südafrikanischen Flusstal Keiskamma auch real zusammen führt.

Doering variiert in ihren Arbeiten immer wieder Nullen und Einsen als Code des digitalen Zeitalters. Die KAP-Künstler haben Doerings Kode durch Wellen erweitert. Ein drei mal sechs Meter großer Wandteppich mit Nullen, Einsen und Wellen schmückt jetzt die Seitenwand des Foyers. „Manifest O“ heißt er, denn er steht für die Idee der Zusammenarbeit, die Realität geworden ist.  Amtsgericht, Frankfurter Str. 9, bis 10. September, montags bis freitags, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Von Valerie Schmidt

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