Werner Koczwara zu Gast in Vellmar

Recht als Satire

Werner Koczwara

Vellmar. Trübe Herbststimmung? Schlechte Laune? Das muss nicht sein. Es gibt doch die deutsche Rechtsprechung. Wie Recht ausformuliert, wie auf Klagen reagiert oder Grundsätzliches verabschiedet wird, reicht, um einen Abend durchzulachen - behauptet jedenfalls Kabarettist Werner Koczwara. Den Beweis trat der 55-jährige Schwabe am Freitag im vollbesetzten Saal des Bürgerhauses Vellmar-West an.

„Am 8. Tag schuf Gott den Rechtsanwalt – Teil 2“, heißt sein Programm. Wie die Nummerierung deutlich macht, hat Koczwara in puncto Juristerei nachgelegt. Man mag es kaum glauben, aber worüber das Publikum herzlich lachen konnte, ist pure Realität. Rechtsprechung, nachzulesen im BGB und Co. Durch Gesetzestexte, Kommentare und Urteile hat sich Koczwara gekämpft, Institutionen und Gerichte angeschrieben. Mit bestem Gespür für Pointen und Realsatire hat er aus Juristendeutsch ein großartiges Programm gemacht. Beispiele gefällig?

Nehmen wir die Reiserechtsklagen. Gegen „zu geringe Wassertiefe bei Ebbe“ klagte ein Urlauber. Ein anderer, dass „der Beischlaf nicht praktiziert werden konnte, weil statt des versprochenen Doppelbetts nur zwei Einzelbetten im Zimmer waren“. Die Klage wurde abgewiesen. Begründung: „Dem Gericht sind ausreichend Beischlafmöglichkeiten bekannt, die auch in einem Bett zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten vollzogen werden können.“

Ebenfalls unterhaltsam: Das Arbeitsrecht: „Steigt ein Arbeitnehmer auf einer Weihnachtsfeier in angetrunkenem Zustand auf den Baum, um von dort aus Schmählieder auf den Chef zu singen und fällt mit dem Baum um, so ist es kein Arbeitsunfall.“ Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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