Gamelan Project Kassel zum Abschluss der Bergpark-Konzerte

Regen wie auf Java

Instrumente aus Java: Das Gamelan Project Kassel trat im Musikpavillon im Bergpark auf. Foto:  Wienecke

Kassel. Hartmut Schmidt nimmt es mit Humor. „Auf Java soll es immer regnen“, sagt der Veranstalter der Bergpark-Konzerte, als er das Gamelan Project Kassel ankündigt. Beim letzten der 22 Bergpark-Konzerte bezauberten elf Berufs- und Hobbymusiker 80 wetterfeste Zuhörer mit javanischer Musik. Dabei reichte die Bandbreite von jahrhundertealter traditioneller Musik über in Indonesien fortentwickelte Stücke bis hin zu modernen Kompositionen.

Dr. Ulli Götte, der seit Kurzem auch Gamelan-Abendkurse in Kassel anbietet, gründete das Ensemble 2006. Der Musikwissenschaftler und Komponist arrangierte das Stück Five Tone Scale von Béla Bartók für Gamelan und transkribierte ein Klavierstück von Maurice Ravel.

Gamelan bezeichnet traditionelle Musik aus Java und Bali und dient auch als Bezeichnung des Orchesters selbst. Die Musiker aus Kassel und dem Landkreis sowie zwei Gastmusiker aus Bremen sitzen in der Konzertmuschel im Bergpark Wilhelmshöhe an Originalinstrumenten aus Java im Schneidersitz, auf Decken oder Bänkchen. Aus Gründen der Verneigung vor den Instrumenten wird barfuß oder in Socken musiziert.

Bereits nach dem ersten traditionellen Stück ist das Publikum derart in den Bann der Musik gezogen, dass es erst applaudiert, nachdem der letzte Klang verhallt ist. Nach jedem Stück wechseln die Musiker das Instrument. „Das ist kein selbst produziertes Chaos, das ist die Lust, auch andere Instrumente zu bedienen“, erläutert Götte.

„Manche Instrumente kann man innerhalb von wenigen Stunden erlernen, für andere braucht man zehn Jahre“, sagt er. Ergänzt werden die Metallofone und das Xylofon Gambang durch liegende und hängende Gongs, die Bambusflöte Suling, das Streichinstrument Rebab und Gesang. Als Dank gab es warmen Applaus.

Von Bettina Wienecke

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