James Camerons neuer Abenteuerfilm „Avatar“ experimentiert mit ganz neuer Kameratechnik

Regisseur erkundet neue Welten

Man erkennt sie durchaus: Sigourney Weaver spielt Wissenschaftlerin Grace.

Seit Monaten wird gemunkelt, dass dieser Film die Kinogeschichte revolutionieren wird - ähnlich wie beim Übergang vom Schwarz-Weiß- zum Farbfilm. Ab Donnerstag können sich die Zuschauer ein Bild machen, ob die hohen Erwartungen sich erfüllen. James Cameron (54) bringt sein 250-Mio.-Dollar--Projekt „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ in die Kinos. Nach seinem Mega-Erfolg „Titanic“ sind zwölf Jahre vergangen.

? Worum geht es im Film „Avatar“?

!Die Handlung macht den Film noch nicht einzigartig: Die Menschen haben im Jahr 2154 Energieprobleme und benötigen einen Rohstoff, den es nur auf dem Planeten Pandora gibt. Die Hauptfigur, Ex-Marine Jake Sully wird ausgebildet, dort das Vertrauen der Ureinwohner zu erlangen. Doch Jake verliebt sich und ist sich nicht mehr sicher, auf welcher Seite er steht.

?Was bedeutet Avatar in diesem Zusammenhang ?

!Avatar bezeichnet einen fiktiven Körper, den sich jemand gibt, um sich in Internet-Spielen zu bewegen. Hier ist es ähnlich: Der Planet Pandora hat ein für Menschen lebensfeindliches Klima. Es wird also ein künstlicher Körper erschaffen, der sich in der fremden Welt bewegt, und den Jake mit seiner Gedankenkraft steuert, während er in einem Labor an Drähte angeschlossen ist.

?Warum hat James Cameron seit 1995 daran gearbeitet ?

!Er wollte virtuelle Kreaturen zeigen, die so menschlich wie möglich wirken. Erst als Cameron Peter Jacksons halb digital-halb menschliche Figur des „Gollum“ aus der „Herr-der-Ringe“-Trilogie gesehen hat, wusste er: Jetzt ist die technische Entwicklung soweit. Die Kameras, mit denen er arbeitet, sind für das Projekt entwickelt worden.

?Wie funktioniert die neue Technologie ?

!Beim Dreh filmen bis zu 180 Kameras das Geschehen, inklusive einer Mini-Linse, die auf das Gesicht gerichtet ist. Ziel ist, die Darsteller so präzise wie möglich und aus so vielen Perspektiven wie möglich zu filmen. Diese Bildinformationen werden dann im Computer quasi auf digitale Grund-Figuren aufgetragen.

?Was ist der Effekt dieser Technik auf der Leinwand?

!Die Darsteller sehen fremd aus, können sich anders bewegen als Menschen, haben aber echte (nicht unter Maskenschichten verborgene) Gesichter, die Gefühle zeigen. Cameron betont, dass sein Film kein reiner Animationsfilm ist. Die Figuren sollen das Beste aus Schauspiel mit dem Besten der Tricktechnik verbinden. Das neue Verfahren nennt sich Performance Capture. Ein Schauspieler sagte nach dem Dreh, das Filmemachen auf diesem neuen Niveau sei so, „als würde man die Grundschule mit einem Promotionsprogramm am Massachusetts Institute of Technology vergleichen“.

?Wie konnte Cameron mit den digitalen Sets arbeiten?

!Mit einer weiteren Neuheit, einer digitalen Kamera. Sie zeigte schon beim Dreh nicht die Menschen in einem kargen Studio, sondern die technisch veränderten Figuren in der digital erschaffenen Urwaldwelt.

?Warum dieser ganze Zauber überhaupt?

!Um das 3D-Kino zu befeuern. „Avatar“ ist - noch eine Revolution - der erste große Realfilm in 3D. An ihm wird sich zeigen, welche Zukunft die neue Technologie hat. Bisher waren vor allem Trickfilme in 3D gezeigt worden. Die emotionale Kraft eines Films mit Menschen erreichen die aber natürlich nicht.

Von Bettina Fraschke

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