Brüder-Grimm-Museum zeigt Ausstellung über die Märchensammler und die Epoche der Romantik

Im Reich des Wunderbaren

Anregung von romantischen Dichtern: Die Brüder Grimm. Foto: nh

Kassel. Inwiefern sind die Werke der Brüder Grimm in die verschiedenen Strömungen der Epoche der Romantik eingebettet? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Ausstellung, die derzeit in der Bibliothek des Kasseler Brüder-Grimm-Museums zu sehen ist. Gezeigt werden Bilder, Illustrationen und Werke, die den Bezug von Jacob und Wilhelm Grimm zu den Inhalten der Romantik verdeutlichen.

Zum Beispiel ist ein Bild des romantischen Malers Moritz von Schwind zu sehen, welches das Märchen „Der gestiefelte Kater“ in fantastisch-grotesker Weise darstellt. Weiterhin ausgestellt ist ein Handexemplar Wilhelm Grimms von „Der Nibelunge Not mit der Klage“, das zahlreiche seiner Notizen und Ergänzungen enthält.

Das Irrationale, Gefühlsbetonte und Übernatürliche wurde in dieser Epoche aufgewertet, wobei es Jacob und Wilhelm Grimm vor allem darauf ankam, das „Ursprüngliche der eigenen Volksseele“ sichtbar zu machen. So beschäftigten sie sich vor allem Anfang des 19. Jahrhunderts mit den volkstümlichen Überlieferungen und nationalen Gedanken. An der romantischen Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ waren die Brüder Grimm in ihrer Kasseler Zeit maßgeblich beteiligt.

Als Leistung der Brüder Grimm in der damaligen Zeit sei vor allem ihr historisch-methodisches Vorgehen zu werten, verrät eine Tafel im Brüder-Grimm-Museum. So machten sie es sich zur Aufgabe, die Überlieferungen des Volkes erstmals systematisch zusammenzutragen. Dies mündete schließlich in ihrer großen Märchen- und Sagensammlung, zu der sie von den romantischen Dichtern Achim von Arnim und Clemens Brentano angeregt wurden.

Brüder-Grimm-Museum (Schöne Aussicht 2), Tel. 0561/ 787 20 33, Öffnungszeiten während der documenta täglich von 10-20 Uhr. Infos: www.grimms.de

Von Yvonne Albrecht

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