Maharaja-Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle

Der Reichtum der indischen Fürstenhöfe.
+
Turbanschmuck aus Gold und Edelsteinen.

München - Eine Sänfte aus Silber, mit Edelsteinen besetzte Waffen, indischer Turbanschmuck: Die Hypo-Kulturstiftung zeigt die Ausstellung "Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe".

„Maharaja – Pracht der indischen Fürstenhöfe“: Diese Ausstellung, die neben dem Victoria and Albert Museum in London nur in der Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung gezeigt wird, erzählt von einem feudalen System in Indien, das wir in Europa gut kennen. Von Gottesgnadentum. Von massenhaft Statussymbolen. Und von vielen Rivalitäten und Kriegen, die es fremden Verbündeten leicht machten, in dem Gebiet der „Großkönige“, so die Übersetzung von „Maharaja“, Fuß zu fassen. Der Einfluss der Maharajas bestand bis 1947, als sich Indien unter Ghandi von der Kolonialmacht befreite. Heute sind sie als Poltiker und Geschäftsleute aktiv.

Ein ellenlages Rollbild (um 1811) erklärt, wie sich die Herrscher in prunkvollen Prozessionen ihrem Volk präsentierten. Sänften stehen bereit, in denen der Herrscher und der Tronfolger auf dem Elefanten saßen. Der Maharaja war der Mensch, der den intensivsten Kontakt zur Gottheit hatte. Ihn sehen zu dürfen, versprach Glück.

Bilder zur Ausstellung

Die reiche Kultur der indischen Fürstenhöfe

Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
In Lebensgröße: Ein Elefant im üppigsten Schmuck. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Eine sehr kostbare Jadevase, die sogar am Boden mit Juwelen verziert ist. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
In den Sänften saßen Herrscher und Tronfolger auf dem Elefanten. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Gold: Damit ist der Hochzeits-Sari durchwirkt. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Bei Prozessionen präsentierte sich der Maharaja in großem Prunk der Allgemeinheit. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Turbanschmuck aus Gold und Edelsteinen. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Eine geschlossene Frauensänfte. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Ein fein verziertes indisches Saiteninstrument. © Marcus Schlaf
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Turbanschmuck, Mitte 18. Jhd., Gold, Edelsteine, 16,9 x 6,1 cm; Feierlicher Umzug mit Maharao Ram Singh II. von Kota (Ausschnitt), Kota ca. 1850. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Turbanschmuck, Mitte 18. Jhd. Gold, Edelsteine, 16,9 x 6,1 cm. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Feierlicher Umzug mit Maharao Ram Singh II. von Kota, Kota ca. 1850 Deckfarbe/Papier, 58,3 x 78,9 cm im Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Howdah, ca. 1840 Silber, teilvergoldet/verziertes Holz; Samt und Gusseisen, 91 x 80 x 145 cm. The Rosalinde and Arthur Gilbert Collection, Leihgabe im Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Maharana Amar Singh. II von Mewar Udaipur um 1700 Deckfarbe/Stoff, 213 x 137 cm. Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Bernard Boutet de Monvel Maharaja Yeshwant Rao Holkar II von Indore in westlichem Gewand. Öl/Leinwand, 218 x 140 cm, Paris, 1929 Al Thani Collection. © ADAGP, Paris und DACS, London 2009 Foto David Dunning
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Gaddi (Thron), Udaipur Ende 19. Jhd. Samt mit Seiden- und Metallfadenstickerei 138 x 161,5 cm; Maharana of Mewar Charitable Foundation. © 2009, Maharana of Mewar Charitable Foundation The City Place, Udaipur, 313 001, Rajasthan, India, All Rights Reserved/Photo David Dunning
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Collier in Auftrag gegeben von Maharaja Bhupinder Singh von Patiala Platin, Diamanten, Gelber Zirkonia, Weiße Zirkone Cartier, Paris 1928. © Nick Welsh © Cartier Collection
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Elefantenuhr »Mysterieuse«, Cartier Paris, 1928 Platin, Gold, Jade, Korallen, Onyx, Perlmutt, Perlen, Kristall, Diamanten und Emaille, 20 x 15,5 x 9,2 cm Archiv Cartier. © Foto Nick Welsh © Cartier Collection
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Thron von Hafiz Muhammad Multani, Lahore ca. 1820 Goldblech, getrieben/Holz, 94 x 90 x 77 cm, Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Eine Dame lässt einen Drachen steigen Bikaner oder Jodhpur, 18. Jhd. Deckfarbe/Papier, 57,3 x 42,1 cm, Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Robe für ein Kind, Gwalior, 19. oder frühes 20. Jhd. , Jyotiraditya M Scindia of Gwalior Seidenbrokat. © Gwalior Heritage Foundation
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Begum Shah Jahan von Bhopal, ca. 1877 Seite aus Fotoalbum, Abzug auf Albuminpapier, 31,5 x 82,5 x 3,0 cm. © Knebworth House, Herfordshire
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Jawan Singh von Mewar bei einer Puja, ca. 1835 Deckfarbe und Gold/ Papier, 162,5 x 117,5 cm, Maharana of Mewar Charitable Foundation. © 2009, Maharana of Mewar Charitable Foundation The City Place, Udaipur, 313 001, Rajasthan, India, All Rights Reserved / Foto David Dunning
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Nishan (Teil eines Banners) als Geschenk für Maharaja Jaswant Singh II. von Marwar, ca. 1876 Aufhängung aus Metall, Mehrangarh Museum Trust. © Mehrangarh Museum Trust, Jodhpur
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Steinschlossgewehr, ca. 1800–1850 Stahl, Holz, Gold, Emaille, 18,0 x 148,7 cm, Victoria and Albert Museum. © V&A Images / Victoria and Albert Museum, London
Maharaja: Pracht der indischen Fürstenhöfe
Das Modell eines massiven Silberthrons. © Marcus Schlaf

In der Ausstellung fühlt man sich in eine märchenhafte indische Zauberwelt hineinversetzt. In den Vitrinen Preziosen wie die extrem kostbare Jadevase, die sogar am Boden mit Juwelen verziert wurde. Der Hochzeits-Sari ist üppig mit Goldfäden durchwirkt. Ein kreisrunder Teppich ist gar nicht aus Textilien gewirkt, sondern besteht aus Abertausenden von Perlen. Waffen, ob Steinschlossgewehr oder Dolch, sind mit Goldeinlagen, Edelsteinen und Email geschmückt. 

Spannend ist es, zu sehen, wie aufgeschlossen die Inder das westliche Design aufnahmen. Ein phänomenaler knallroter Art-Deco-Sessel zitiert sowohl den Thron als auch Club-Möbel des Gentlemans. Und auch Yeshwant Rao Holkar II. von Indore bietet sich 1929 dem Blick nicht in Landestracht, sondern im Frack dar. Ein Maharaja als Dandy. 

Infos zur Schau

Adresse: Theatinerstraße 8, 089/22 44 12, www.hypo-kunsthalle.de, kontakt@hypo-kunsthalle.de.

Öffnungszeiten: 12. Februar bis 24. Mai täglich von 10 bis 20 Uhr, am Faschingsdienstag (16.2.) nur bis 14 geöffnet.

Preise: 12 Euro, Rentner 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Schüler in der Klasse 50 Cent. „Blauer Montag“ (nicht Feiertag) bietet halbe Preise.

Führungen: Anmeldung unter 089/22 44 12.

VHS-Führungen: Mo./Sa. 11.30, Di./Do./Fr. 15.30 Uhr, Mi. 18.30 Uhr. Multimedia-Führung 5 bzw. 3,50 Euro.

Kinderführungen: 17.2., 31.3. und 7.4. um 15 Uhr für Kinder von 6 bis 10 Jahren zusammen mit dem Museumspädagogischen Zentrum.

Simone Dattenberger

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.